Tierquälerei: Juristisches Tauziehen um verletzte Taube endet mit Geldstrafe

Tierquälerei
Juristisches Tauziehen um verletzte Taube endet mit Geldstrafe

Nach vier Prozessen hat die Frankfurter Justiz abschließend festgestellt, dass ein Luftgewehrschuss einer Taube "erhebliche Schmerzen und Leiden" zufügt.

HB FRANKFURT. Das Landgericht verurteilte am vergangenen Mittwoch den Schützen, einen 66-Jährigen aus Frankfurt, wegen Tierquälerei zu 450 Euro Geldstrafe. Das Leiden der Taube hatten sich die Richter zuvor von einem Tierarzt gutachterlich bestätigen lassen.

Vor Gericht hatte der Angeklagte bestritten, im Juli vergangenen Jahres überhaupt vor seinem Geschäft im Bahnhofsviertel auf die Taube geschossen zu haben. Aus einem benachbarten Lokal waren jedoch Zeugen auf den mit dem Luftgewehr hantierenden Mann aufmerksam geworden, hatten ihn und den verletzten Vogel fotografiert und vor Gericht entsprechend belastet.

Der Fall beschäftigte bereits zum vierten Mal die Justiz. Nach der erstinstanzlichen Verurteilung bestätigte das Landgericht zunächst die Geldstrafe. Das Oberlandesgericht hob dieses Urteil jedoch mit der Begründung auf, die Richter hätten nicht ausreichend geprüft, ob mit der Schussverletzung "erhebliche Leiden" des Tieres verbunden gewesen seien. Das Landgericht holte daraufhin zwei Sachverständigengutachten ein, deren Kosten von rund 2 000 Euro nun auch der Angeklagte tragen muss.

Die verletzte Taube soll einige Tage nach dem Vorfall in der Nähe des Tatorts verendet sein. Mit abschließender Sicherheit konnte dies jedoch vor Gericht nicht festgestellt werden, so dass der Angeklagte nicht wegen Tötung des Tieres verurteilt wurde.

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