Tim Schumacher Unternehmer des Jahres
Vollkornbrot für 100 Dollar

Fast wäre Tim Schumacher nicht Unternehmer geworden. Als er 2001 sein Betriebswirtschaftsstudium beendete, hatte er zwar schon bei einigen Internetprojekten mitgemischt. Doch der richtige Durchbruch gelang ihm und seinen drei Freunden nie. Bis sie auf die Idee mit Sedo kamen.

KÖLN. „Vom Erfolg sind wir selbst überrascht worden“, sagt der 30-jährige Geschäftsführer des Kölner Internetunternehmens heute. Sedo betreibt einen Online-Marktplatz für Internet-Adressen, so genannte Domains. Eine Idee, die den Nerv der Zeit traf und Tim Schumacher und seinen Freunden damals einen Job bescherte – im eigenen Unternehmen. Ihr Glück war es, dass sie im Jahr 2001, nach dem Platzen der Internet-Blase an der Börse, einen Investor fanden. Die 1&1 Internet AG, Teil des Konzerns United Internet, stieg bei Sedo ein.

Die Entscheidung für Sedo und gegen einen anderen Job hat sich gelohnt: Tim Schumacher und seine Gründerkollegen Ulrich Priesner, Marius Würzner und Ulrich Essmann sind die „Entrepreneure des Jahres 2007“. Die Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Ernst & Young hat ihnen den Titel in der Kategorie IT-Unternehmer verliehen.

Sedo ist heute, nachdem das Unternehmen den US-Konkurrenten Great Domains übernommen hat, der größte Marktplatz für Internetadressen weltweit mit Sitz in Köln und Boston und 150 Mitarbeitern. Der Umsatz verdoppelte sich im vergangenen Jahr auf 41 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr werde der Umsatz deutlich wachsen, heißt es im Unternehmen.

Doch trotz des Erfolgs hat Schumacher, der an diesem Nachmittag eine helle Hose und ein sportlich gestreiftes Hemd trägt, eher etwas von einem smarten Studenten als von einem erfolgreichen Jungunternehmer. Seit zwei Jahren wohnt er mit seiner Frau in Boston. Dort leitet er mit Ulrich Essmann und Jeremiah Johnston das US-Geschäft von Sedo. Irgendwann werde er aber zurückkommen, denn Deutschland fehle ihm schon. So kauft er manchmal für 100 Dollar Vollkornbrot und füllt damit seine Kühltruhe. Das sei in den USA selten zu bekommen.

Geld verdienen Schumacher und die anderen Gründer mit ihrer Plattform seit dem Jahr 2002. Eine Adresse wie vodka.com ging hier zum Rekordpreis von drei Millionen Dollar über die Theke. Für deutsche Adressen zahlen Käufer im Durchschnitt rund 1300 Euro. Davon gehen zehn Prozent an den Makler Sedo, der das Geschäft vermittelt und abwickelt.

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