Timothey Summers
Der heißeste Job Russlands

Der Ölkonzern TNK-BP findet keinen neuen Chef. Timothey Summers bleibt Lückenbüßer.

MOSKAU. Ruhig ist es geworden um den wohl "heißesten" Management-Job Russlands - den Chefposten beim britisch-russischen Ölkonzern TNK-BP. Noch vor einem Jahr stand der damalige Topmanager Robert Dudley im Mittelpunkt eines bitteren Aktionärsstreits zwischen den russischen Anteilseignern und BP - am Ende musste er sogar überstürzt das Land verlassen und sich über Monate verstecken. Seit Dezember steuert nun Timothey - kurz Tim - Summers den drittgrößten Ölförderer Russlands. Und kann seinen Job bemerkenswert ungestört ausführen.

Der Chief Operating Officer (COO), der den Topposten nur "übergangsweise" innehat, darf sich darauf einstellen, weiterzumachen. Denn die Suche nach einem Nachfolger für Dudley geht sehr langsam voran. Die Anteilseigner haben sich nun darauf verständigt, dass Summers erst einmal als Chief Executive Officer (CEO) weiterarbeiten soll. Wenn bis zum 1. Juni niemand gefunden sei, würde die russische Seite eine Verlängerung von Summers' Mandat unterstützen, heißt es beim Konsortium AAR, das die Hälfte der Anteile hält. Vergessen scheint der Streit um "die Macht" im Konzern, bei dem die russischen Aktionäre dem Ex-BP-Mann Dudley vorwarfen, ihre Interessen nicht richtig zu vertreten.

Auch der Brite Summers ist ein waschechter "Ölmann" aus der BP-Welt, einst Assistent des legendären BP-Chefs Lord Browne, ein gelernter Ingenieur mit markantem Kahlkopf und Geschmack an Nadelstreifen. Die Aktionäre sind voll des Lobes, wie er den Konzern durch die Krise steuert. Und Summers konnte gestern auch das beste Jahresergebnis seit Gründung von TNK-BP präsentieren: einen Reingewinn von 5,3 Milliarden Dollar. Und er kündigte an, der Konzern sei in einer guten Position und bereit, Übernahmen anzugehen.

Über seine Zukunft will Summers nicht spekulieren. Auch BP nimmt sich Zeit, den richtigen Kandidaten zu finden. Dieser schien der ehemalige Chef von Norilsk Nickel zu sein, Denis Morosow. Der Start des jungen Managers, erfahren auf internationalem Parkett und bestens verdrahtet in der Moskauer Polit- und Geschäftsszene, sollte eigentlich zum Jahreswechsel in trockenen Tüchern sein. Doch einig sind sich die Aktionäre mit ihm bis heute nicht geworden, sei es, wie Medien spekulieren, weil Morosow zu viel Geld verlange oder weil er nicht die Möglichkeit sieht, TNK-BP nach seinem Gusto zu führen.

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