Tom LaSorda
E-Autobauer Fisker verpflichtet Ex-Chrysler-Chef

Der Elektroautobauer Fisker versucht mit Ex-Chrysler-Chef Tom LaSordas Berufung auf den Chefsessel auch ein Stück Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Die Probleme des kalifornischen Unternehmens bleiben aber die gleichen.
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New YorkDer Mann genießt Respekt. Tom LaSorda gilt für viele in der Autobranche als einer der Besten – Daimler-Chef Dieter Zetsche eingeschlossen. Der erkor ihn 2006 zu seinem Nachfolger, als er zum Vorstandschef in Stuttgart aufstieg und der Chrysler-Chefsessel frei wurde. Doch der Verkauf von Chrysler beendete LaSordas Karriere bei der Nummer drei in Detroit. Jetzt wird er Chef von Fisker, einer ambitionierten Firma mit 600 Mitarbeitern in Kalifornien, die Elektroautos baut.

Der Autoveteran wird alle Hände voll zu tun haben. Fisker hat Probleme. Erst in diesem Monat fror das US-Energieministerium einen Kredit in Höhe von 529 Millionen Dollar ein. Fisker soll nicht die vorgegebenen Meilensteine eingehalten haben. Das ist ein herber Rückschlag. Mit dem Geld sollte das preiswerte Modell Nina finanziert werden.

Mit seinem Erstling Karma verschaffte sich Fisker einen guten Ruf. Der Luxuswagen kostet rund 100.000 Dollar, verkauft sich nicht schlecht, schreibt aber rote Zahlen. LaSorda will das Modell profitabel produzieren. Das geht nach Meinung des 57-Jährigen auch ohne US-Regierungskredit.

Das muss man LaSorda glauben. Der Kanadier beschäftigte sich fast sein ganzes Leben lang mit der Herstellung von Autos. Bei GM bewährte er sich, als er das Werk mit Suzuki in Ontario aufbaute. Auch in Deutschland war er unterwegs und baute die Opel-Fabrik in Eisenach auf, die von Experten für ihre beispielhafte Effizienz gelobt wird.

Vor zehn Jahren folgte LaSorda dem Beispiel seiner Familie, die seit drei Generationen bei Chrysler arbeitet. Zetsche holte LaSorda 2000 zu Chrysler, um ihm die Leitung der globalen Autoproduktion anzuvertrauen. Nach dem Verkauf des US-Autoproduzenten an den Finanzinvestor Cerberus 2007 blieb er noch zwei Jahre – und knüpfte erste Kontakte mit Fiat. Der italienische Autokonzern kaufte in der Finanzkrise große Anteile von Chrysler, noch heute ist LaSorda mit Fiat-Chef Sergio Marchionne eng befreundet.

Analysten sehen in der Personalie vor allem eins: Fisker braucht dringend Glaubwürdigkeit, die verschafft LaSorda dem Start-up. Das ändert aber laut Jeremy Anwyl, Chef vom Branchendienst Edmunds.com, eines nicht: „Die Probleme von Fisker bleiben die gleichen.“

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

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