Tony Hayward
Ehemaliger BP-Chef will Energieunternehmen beraten

Mit seiner Hilflosigkeit während der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der ehemalige BP-Chef Tony Hayward kein gutes Bild abgegeben. Trotzdem will der erfahrene Manager nun andere Unternehmen in der Energiebranche beraten.
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LONDON. Die Karriere eines erfolgreichen Managers in der Energiebranche sieht eigentlich anders aus. Tony Hayward verlor vor eineinhalb Monaten seinen Job als Vorstandschef des britischen Ölmultis BP, weil er vollkommene Hilflosigkeit im Umgang mit der Ölpest im Golf von Mexiko demonstrierte.

Dennoch will der Mann jetzt andere Unternehmen in der Branche beraten. Der 52-Jährige ist nach Berichten britischer Medien gerade dabei, das Beratungsunternehmen 3E Capital zu gründen.

Hayward, ein studierter Geologe, war 2007 an die BP-Spitze gekommen. Ein Mann, der eher aus kleinen Verhältnissen stammt, das älteste von sieben Kindern, übernahm die Führung des damals weltweit drittgrößten börsennotierten Energiekonzerns. Er wollte die Unfall- und Pannenserie, die unter seinem Vorgänger John Browne das Unternehmen erschütterte, beenden und die Ursachen dafür ausmerzen. Zunächst sah es so aus, als ob ihm das tatsächlich gelingen könnte - bis zum 20. April 2010, bis eine BP-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko explodierte und die verheerendste Umweltkatastrophe in der amerikanischen Geschichte ihren Lauf nahm.

In der Krise traf Hayward nicht den richtigen Ton, fand nicht die passenden Worte und erst recht keine Lösung, um die Katastrophe schnell einzudämmen. In den USA wurde er so zu dem am meisten gehassten Manager. Ende September musste er von seinem Posten als BP-Chef zurücktreten.

Hayward bleibt BP aber teilweise erhalten. Er hat einen Sitz im Verwaltungsrat der russischen Tochter TNK-BP bekommen. slo

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