Top-Entscheider
Ist der Ruf erst ruiniert ... rollen Köpfe

Top-Entscheider sind das persönliche Gesicht des Unternehmens und werden nicht mehr nur in ihrer Funktion, sondern auch als Mensch ins Visier genommen. Nach Krisen müssen Manager – genau wie Politiker – daher heute abtreten, auch wenn sie formell nichts falsch gemacht haben.

DÜSSELDORF. Der Befreiungsschlag kam gerade noch rechtzeitig. Wenn in der zweiten Juliwoche die Farnborough International Airshow, eine der größten Luftfahrtmessen der Welt, ihre Pforten öffnet, präsentiert sich Airbus wieder als gut aufgestellter Flugzeugbauer. Mit der Entlassung des umstrittenen Co-Vorstandschefs des Airbus-Mutterkonzerns EADS, Noël Forgeard, hat der Verwaltungsrat eine wichtige Voraussetzung dafür geschaffen, „verloren gegangenes Vertrauen bei Kunden und Anlegern zurückzugewinnen“, urteilt der Aktienanalyst Henning Wagener von AC Research in Westerburg.

Auf dieser Luftfahrtmesse werden viele Geschäfte angebahnt. Und auf den Mann an der EADS-Spitze hatte sich in den vergangenen Wochen das Feuer der Kritiker konzentriert, nachdem bekannt worden war, dass Probleme in der Airbusfertigung zu Lieferschwierigkeiten beim Riesenflieger A380 führen. Sie werden den Konzern in den nächsten Jahren zwei Milliarden Euro kosten.

Der symbolische Neuanfang mit einem neuen Kopf, der den Kunden signalisiert, dass sich bei Airbus etwas ändert, gilt unter Öffentlichkeitsarbeitsexperten als sinnvoll. „Es gibt kaum eine wirksamere Methode, um verlorenes Vertrauen wiederherzustellen, als Köpfe auszuwechseln“, berichtet Karl-Heinz Heuser, Deutschland-Chef der Kommunikationsagentur Burson-Marsteller in Frankfurt. „Die Person an der Spitze trägt die Verantwortung und hat Entwicklungen im Unternehmen entweder geduldet oder den Laden nicht so organisiert, wie sie es tun sollte.“

Ob sein Nachfolger, der Ex-Chef der französischen Staatsbahn Louis Gallois, es schafft, die Produktionsprobleme in den Griff zu bekommen, ist offen. Doch wenn an der Spitze Köpfe rollen, geht es auch um Symbolisches. Endgültig zum Verhängnis wurde Forgeard schließlich nicht, dass er selbst als Ex-Airbus-Chef einen Teil der Fertigungsprobleme direkt zu verantworten hatte oder dass der Aktienkurs des Luftfahrtkonzerns nun im Keller ist. Forgeard hatte im März EADS-Aktien mit einem Gewinn von 2,5 Millionen Euro verkauft.

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