Toyota-Vorstand Shinichi Sasaki
„Jungs, seid ehrgeizig!“

Erstmals hat der japanische Autokonzern Toyota in einem Quartal mehr Autos verkauft als sein Rivale General Motors. Es ist auch das Werk von Shinichi Sasaki. Der 60-jährige Ingenieur ist im Vorstand weltweit für die Qualität zuständig.

TOKIO. Der größte Autokonzern der Welt gibt sich bescheiden: Die Zentrale in der Toyota-Stadt bei Nagoya südwestlich von Tokio ist kein Wolkenkratzer, sondern nur ein lang gestrecktes, unauffälliges Gebäude. Unauffällig und bescheiden wie das gesamte Management des Weltkonzerns.

Wie Shinichi Sasaki, der im Vorstand für Qualität zuständig ist. Er hat an diesem Vormittag in einen schlichten Konferenzraum gebeten, einen Tag, nachdem Toyota erstmals den Konkurrenten General Motors bei den Quartalszahlen überholt hat. Für den Erfolg ist er als Qualitätschef maßgeblich verantwortlich.

Doch davon will der 60-jährige Sasaki nichts wissen. „Unsere Verkaufsergebnisse gehen nur auf die Bedürfnisse der Kunden zurück“, sagt er bescheiden und voller Überzeugung und reiht sich ein in die Riege der anderen Manager von Toyota. Sie sind stolz auf ihr Unternehmen. Doch sie wiegeln ab, wenn sie Lob für konkrete Erfolge erhalten. Was gut laufe, gehe immer auch auf die Arbeit von Kollegen zurück.

Sasaki und seine Kollegen haben ganze Arbeit geleistet: Toyota schneidet gut in Pannenstatistiken ab, konnte das Hybridauto „Prius“ zum Verkaufsschlager machen und hat jetzt erstmals mehr Autos verkauft als GM. Das sei das Ergebnis langer Vorbereitung, sagen Spitzenmanager. Den Ruf, besonders gute Autos zu bauen, hat sich der Konzern über Jahrzehnte erarbeitet. Und alle bei Toyota – vom Azubi bis zum Aufsichtsratsvorsitzenden – wissen, dass von der Qualität alles abhängt.

Aber Sasaki gehört zu denen, die für das gute Image des Unternehmens eine besonders hohe Verantwortung tragen. Seit dem vergangenen Jahr leitet er die Qualitätsgruppe im Führungsstab des Unternehmens. Er sammelte schon 1995 erste Erfahrungen als Qualitätsmanager – im Werk Tsutsumi bei Nagoya, das heute das Hybridauto „Prius“ herstellt. Heute ist es Sasakis Aufgabe, das hohe Niveau aller Toyota-Autos zu halten, während sein Unternehmen weltweit weiter expandiert.

Da Toyota zwischenzeitlich mehr und mehr Autos zurückrufen musste, steuert das Unternehmen seit zwei Jahren gegen: Im Jahr 2005 entstand neben einem Komitee zur Förderung der Kundenzufriedenheit direkt unter Firmenchef Katsuaki Watanabe auch die Qualitätsgruppe, die bald darauf Sasaki leitete. Außer Sasaki verfolgen noch andere Vorstandsmitglieder primär das Ziel, die Qualität zu halten.

Sasaki ist Ingenieur. Direkt nach dem Studium kam er zu Toyota. Ein zentraler Gedanke in der Produktionsphilosophie des Konzerns ist es, dass die Prozesse durchschauen muss, wer sie verbessern will. Auch die Führungskräfte müssen im Detail verstehen, wie ihre Leute Autos bauen. Eigentlich kommt für den Leiter der Qualitätsgruppe nur jemand mit reichlich Erfahrung in verschiedenen Fabriken in Frage. Jemand wie Sasaki eben.

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