Trotz Frauenquote
Aktionärsvertreter finden Aufsichtsräte zu männlich

Mindestens 30 Prozent der Kontrollposten in großen Unternehmen müssen seit 2016 von Frauen besetzt sein. Auch wenn das eingehalten würde, seien die Aufsichtsratsspitzen weiter zu männlich, kritisieren Aktionärsvertreter.
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Frankfurt/MainDie Aufsichtsräte deutscher Top-Konzerne sind nach Ansicht von Aktionärsvertretern trotz Frauenquote nach wie vor zu sehr von Männern dominiert. „Selbst bei den Gremien, die das 30-Prozent-Ziel einhalten, werden die wirklich machtvollen Positionen, also die Mitgliedschaften respektive Vorsitze in Ausschüssen oder gar die Posten als Aufsichtsratschef, in der Regel von Männern besetzt“, sagte Jella Benner-Heinacher, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), laut Redetext am Donnerstag in Frankfurt.

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. In den Aufsichtsräten der 30 Konzerne im Deutschen Aktienindex liegt der Frauenanteil nach DSW-Berechnungen derzeit bei 31,9 Prozent.

Allerdings führe nur in einem Dax-Konzern eine Frau den Aufsichtsrat: Simone Bagel-Trah beim Klebstoff- und Waschmittelhersteller Henkel. In den Ausschüssen der Dax-Aufsichtsräte, die wichtige Entscheidungen vorbereiten, sind der DSW zufolge 80 Prozent der Mitglieder männlich. „Damit nicht genug: Oft sitzen in den verschiedenen Ausschüssen auch immer dieselben Personen“, monierte Benner-Heinacher. „Hier wäre mehr Variabilität auf jeden Fall wünschenswert.“

Lukrativ ist die Tätigkeit durchaus. Für das Geschäftsjahr 2016 überwiesen die 30 Dax-Konzerne ihren Aufsichtsräten rund 83,4 Millionen Euro und damit zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Bezüge der Vorsitzenden lagen dabei im Schnitt bei gut 362.000 Euro - Spitzenreiter: Paul Achleitner von der Deutschen Bank mit 800.000 Euro. Ein ordentliches Mitglied kam im Schnitt auf knapp 114.000 Euro. Zu ähnlichen Ergebnissen zur Vergütung kamen schon im Frühjahr veröffentlichte Studien anderer Marktbeobachter.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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