Tui
Der Musterschüler

Hotelvorstand Karl Pojer sorgt als einer der wenigen im kränkelnden Tui-Reich für solide Gewinne: Tui Hotels&Resorts steuerte im vergangenen Jahr fast ein Viertel des gesamten Konzerngewinns bei. Der 54-Jährige Österreicher ist Herr über knapp 300 Hotels in aller Welt.

HANNOVER. Mag die Hotellerie auch weltweit über dramatische Buchungsrückgänge jammern - Karl Pojer treibt das nicht einmal Sorgenfalten auf die hohe Stirn. Im Gegenteil: Mitten in Mecklenburg-Vorpommern eröffnet er jetzt für die Tui, Europas größten Reisekonzern, das Iberotel Fleesensee mit Vier-Sterne-Komfort. Angst vor einem Flop beschleicht den smarten Mittfünfziger nicht: "Wir haben strategische Topstandorte, die sind unwiederbringlich. Die verkaufen sich auch in schlechten Zeiten."

Das freut Tui-Chef Michael Frenzel. Wann immer er - wie häufig - von Rückschlägen in der Touristik und der mittlerweile teilverkauften Container-Schifffahrt berichten musste, blieb der Hotel-Bereich als Vorzeigesparte außen vor. "Der Hotelier des Konzerns", wie Pojer, Bereichsvorstand von Tui Hotels & Resorts, genannt wird, war im vergangenen Jahr am operativen Ergebnis der gesamten Tui-Touristik von rund 600 Mio. Euro fast zu einem Viertel beteiligt - bei gerade 400 Mio. Euro Umsatz. Tui Travel, der an der Londoner Börse notierte Reiseanbieter der Gruppe, steuerte zwar den Rest des Ebita bei, brauchte dazu aber über 18 Milliarden Euro Umsatz.

Der 54-jährige Pojer mit dem verbindlich klingenden Akzent des Österreichers ist mit dem Haus in Meck-Pomm nun für fast 300 Hotels verantwortlich. Er ist trotz seiner Konzernaufgabe kein klassischer Manager-Typ: Vom Scheitel bis zur Sohle hat er jene Aura, die gemeinhin den Hausherren nobler Herbergen zu eigen ist. Gelernt ist gelernt, auch wenn seine Jahre als Hoteldirektor lange zurückliegen.

Mit den knapp 300 Hotels mit 180 000 Betten in aller Welt steht Tui in der Liste der internationalen Hotelkonzerne immerhin auf Platz 13. Von den Häusern der zehn Tui-Hotelmarken von Riu bis Robinson gehören dem Konzern nur 40 Prozent, die übrigen sind gepachtet oder werden mit Management-Verträgen betrieben beziehungsweise von Franchise-Partnern geführt. Die Verteilung des Risikos, die richtige Gewichtung an den richtigen Plätzen - "das macht uns stark", sagt Pojer. Und ergänzt, mit Blick auf Wettbewerber, die am liebsten nur Reisemittler ohne kapitalbindende eigene Einrichtungen wie Flugzeuge oder Hotels sind: "Asset light? Das ist nicht unser Thema. Asset right heißt unsere Strategie!"

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