Tuomo Hatakka
Ein Finne soll sich in Deutschland empfehlen

Nur fünf Monate lang durfte Hans-Jürgen Cramer die Deutschland-Tochter der schwedischen Vattenfall führen. Dann tauschte ihn Konzernchef Lars Göran Josefsson gegen Tuomo Hatakka aus – und machte dabei selbst keine gute Figur.

DÜSSELDORF. Der scheidende Chef von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer, hat gegenüber seinem Nachfolger Tuomo Hatakka einen Vorteil: Wenigstens sein Name ist in Deutschland bekannt. Seit Wochen schaltet das Unternehmen deutschlandweit ganzseitige Anzeigen, in denen der Konzern um Vertrauen bei seinen Kunden wirbt – und millionenfach tragen die offenen Briefe zum Abschluss die Unterschrift des Chefs: „Wir übernehmen Verantwortung, H.J. Cramer.“

Damit ist jetzt Schluss, nur fünf Monate lang durfte der 56-Jährige die Deutschland-Tochter der schwedischen Vattenfall führen. Am Freitag Abend setzte Konzernchef Lars Göran Josefsson im Aufsichtsrat der Tochter Cramers Demission durch und kürte zum ersten Januar den Finnen Hatakka, bisher Leiter der deutlich kleineren polnischen Tochter, zum Vorstandsvorsitzenden. Der wird zudem die neue Business Group Central Europe leiten, in dem die Landesgesellschaften von Deutschland und Polen zusammengefasst werden. Cramer wird zunächst wieder einfacher Vorstand und verlässt Ende Juni den Konzern ganz.

Hatakka spricht zwar deutsch, auf dem deutschen Energiemarkt gearbeitet hat er bislang aber nicht. Der 50-Jährige hat den größten Teil seiner Karriere in Polen verbracht und leitet seit 2001 die dortigen Vattenfall -Aktivitäten, die unter seiner Ägide einen deutlich Schritt nach vorn gemacht haben.

Hatakka hat in Finnland und Barcelona Ökonomie studiert. Von 1985 bis 1991 arbeitete er für die Unternehmensberatung Bain in Großbritannien, ehe er nach Polen ging. Dort war er zunächst ebenfalls als Berater tätig, ehe er 2000 zum polnischen Hersteller von Leitungen und Kabeln Elektrim Kable wechselte, den er bis zu seinem Start bei Vattenfall leitete. 2005 wurde Hatakka in den Konzernvorstand berufen, wo er in den vergangenen Monaten mit Cramer zusammenarbeitete.

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