TV-Sender: Sat 1 hofft auf Christiansen

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Sat 1 hofft auf Christiansen

Sat 1 versucht viel, um aus der Krise zu kommen. Die Mitarbeiter müssen so einiges mitmachen. Vielleicht haben sie bald eine neue Kollegin: Der Berliner Krisensender führt Gespräche mit der ehemaligen ARD-Moderatorin Sabine Christiansen – möglich ist auch ein Duett mit Ex-„Spiegel“-Chef Stefan Aust.

DÜSSELDORF. Sabine Christiansen hat offenbar genug von der medialen Anonymität in Paris. Die frühere ARD-Moderatorin steht vor einer Rückkehr auf die deutschen Bildschirme. Die 51-Jährige verhandelt derzeit über ein Engagement beim Berliner-Privatsender Sat 1. Das bestätigte eine Unternehmenssprecherin. Wie eine Zusammenarbeit mit der Tochter der schwer angeschlagenen Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 aussehen wird, ist noch unklar. Nach Brancheninformationen könnte die ehemalige Stewardess zusammen mit dem Ex- „Spiegel“-Chef Stefan Aust den Bundestagswahlkampf in diesem Jahr begleiten.

Bislang hatte die frühere Moderatorin der „Tagesthemen“ für den US-Wirtschaftssender CNBC gearbeitet. Bei der Fernsehtochter des Mischkonzerns General Electric moderierte sie seit Februar 2006 das Talkformat „Global Players“. Christiansen lebt trotz eines Zweitwohnsitzes in Berlin überwiegend in Paris. Dort ist sie seit 2008 mit dem französischen Textilunternehmer Norbert Medius verheiratet. Der Ausflug in das englischsprachige Fernsehen ist der Journalistin nicht gut bekommen. Denn im deutschsprachigen Raum war die einstige Chefin der sonntäglichen Polit-Talk-Show in der ARD damit von der medialen Bildfläche verschwunden.

Ob Christiansen für Sat 1 eine gute Lösung ist, bleibt allerdings offen. Denn der Sender leidet schon jetzt unter einer Überalterung des Publikums. Gerade bei Werbekunden sind aber junge Zuschauer gefragt.

Bei der ARD stieg Sabine Christiansen Ende Juni 2007 aus. Der letzte Gast ihrer Talk-Sendung war Bundespräsident Köhler. Ihre Gesprächssendung war eine Art sonntägliches Ersatzparlament.

Am Ende hatte sich die Tochter eines Supermarkt-Besitzers aber viel Kritik eingehandelt. Stereotype Floskeln, Parteien-Propaganda und Selbstinszenierung lauteten die Vorwürfe. Innerhalb der ARD wurde sie zuletzt wegen ihres PR-Vertrags mit dem Autokonzern Daimler kritisiert. „Journalisten sollten die Finger von Werbung und PR lassen“, sagte der heutige ARD-Programmchef Volker Herres damals.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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