UBS
Topmanager kassieren wieder kräftig

91 Millionen Franken Gehalt sind eine stolze Summe: Kaum zurück in der Gewinnzone, wird bei den Topmanager der UBS wieder sehr gut verdient. Nur der Chef verzichtet aus einem bestimmten Grund auf seinen Bonus.
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Die 13 Top-Manager der 2010 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrten Großbank UBS haben im vergangenen Jahr zusammen knapp ein Drittel mehr verdient als im Vorjahr. Die Konzernleitung erhielt insgesamt 91 Millionen Franken Gehalt und Bonus. 2009, als die Bank noch einen Verlust geschrieben hatte, waren es knapp 69 Millionen Franken gewesen. Am besten bezahlt war wie schon 2009 Investmentbank-Chef Karsten Kengeter, der aber mit 9,32 Millionen Franken knapp 30 Prozent weniger verdiente als ein Jahr davor. Er hatte den einstigen Verlust-Bereich im letzten Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgeführt. Die Sparte hatte aber im zweiten Halbjahr deutlich schlechter abgeschnitten als in den ersten sechs Monaten.

88 Prozent von Kengeters Lohn bleiben zunächst gesperrt und werden in den nächsten drei bis fünf Jahren ausgezahlt, wie es in dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht weiter hieß. Für die ganze Konzernleitung liegt der Sperr-Anteil bei 79 Prozent. Konzernchef Oswald Grübel verzichtete wie schon 2009 auf einen Bonus und begnügte sich mit seinem Grundgehalt von drei Millionen Franken, obwohl der Anrecht auf eine Erfolgsprämie gehabt hätte. Der gesamte Bonus-Pool der Bank für 2010 wurde - Berichten zufolge auch auf Druck der Bankenaufsicht FINMA - um elf Prozent auf 4,25 Milliarden Franken zurückgefahren. Allerdings erhöhte die Bank in vielen Fällen die Festgehälter.

Zu niedrige Boni könnten sich nach den Worten von UBS-Präsident Kaspar Villiger als Eigentor für die Aktionäre erweisen. "Der Arbeitsmarkt für unsere Leute wird nicht in der Schweiz gemacht, sondern in London, New York und Asien", sagte er der "Aargauer Zeitung" (Dienstagausgabe). Anfang des Monats verlor UBS einen führenden Investmentbanker an den Konkurrenten Bank of America-Merrill Lynch. Einem normalen Schweizer sei die Höhe der Boni aber kaum zu erklären, sagte Villiger weiter, der wieder auf einen Teil seines Honorars als Verwaltungsratspräsident verzichtete.

Der Jahresgewinn der Bank fällt leicht höher aus als die Bank am 8. Februar gemeldet hatten. Seitdem seien noch Bewertungs-Anpassungen vorgenommen worden, die sich bei den Steuer auswirken. Der Gewinn liegt nun mit 7,5 Milliarden Franken um 373 Millionen Franken höher als zunächst gemeldet.

Für das laufende Jahr sei die UBS zuversichtlich, "dass wir 2011 auf den bereits erzielten Fortschritt aufbauen und damit einen Beitrag zur Verwirklichung unseres Ziels leisten können, für die Aktionäre langfristig und nachhaltig profitabel zu sein", schrieben Grübel und Villiger im Geschäftsbericht. UBS peilt bis 2014 einen Bruttogewinn vo 15 Milliarden Franken an.

Konzernchef Grübel schloss zuletzt nicht aus, dass die Ziele neu überdacht werden müssen. Angesichts der laufenden Regulierungsprozesse sei es aber zu früh, um über die Ziele nachzudenken.

An der infolge der Ereignisse in Japan schwächeren Schweizer Börse schlug der UBS-Jahresbericht an der Börse keine großen Wellen. Die UBS-Aktie gab zur Handelseröffnung knapp zwei Prozent nach und tendierte damit marginal schwächer als die Titel des Lokalrivalen Credit Suisse.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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