Udo Stark verlässt nach kurzer Amtszeit den Frankfurter Technologiekonzern
MG-Chef ist das zweite Opfer

Die Pressemitteilung ist äußerst knapp und sachlich. „Udo Stark, 56, Vorsitzender des Vorstands der MG Technologies AG wird im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung mit dem Präsidium des Aufsichtsrats zum 31. Oktober 2004 vorzeitig aus den Diensten der Gesellschaft ausscheiden.“

DÜSSELDORF. Am Ende der Pressemitteilung folgt dann noch der Hinweis auf die Zustimmung des Aufsichtsrats am 25. Oktober. Das war’s.

So endet die Amtszeit von Udo Stark beim Frankfurter Technologiekonzern. So enden Wochen und Monate heftiger Auseinandersetzungen zwischen ihm als Vorstandschef der MG Technologies AG auf der einen und Großaktionär und Aufsichtsratsmitglied Otto Happel auf der anderen Seite. Am Ende zieht Stark den Kürzeren. Er ist zu weit gegangen, als er seinen Widersacher Happel aus dem Aufsichtsrat drängen wollte.

Erst im Juni vergangenen Jahres hatte der studierte Betriebswirt den Chefposten übernommen. Happel selbst hatte den Mann mit dem meist sorgsam zur Seite gekämmten grauen Haar zu MG Technologies gelotst. Stark sollte wieder Ruhe in den Konzern bringen. Sein Vorgänger Kajo Neukirchen hatte nach dem Abarbeiten eines straffen Sanierungsprogramms und jahrelangen Querelen mit Großaktionär Happel, der 20,7 Prozent des MG Kapitals hält, schließlich gehen müssen.

Zunächst ließ sich alles ganz gut an für den neuen Vorstandschef. „Die Herausforderung MG hat mich sehr gereizt“, bekannte Stark noch im vergangenen Jahr. Die Börse verteilte Vorschußlorberen, der Kurs stieg deutlich in die Höhe. Und Stark schien mit seiner zurückhaltenden, zuweilen freundlichen Art für ein ganz neues, lange vermisstes Betriebsklima in der Frankfurter Zentrale zu sorgen.

Kritiker hielten Stark anfangs vor, er sei nur der „verlängerter Arm“ Happels – ein vorschnelles Urteil. Denn alsbald setzte sich Stark von seinem einstigen Fürsprecher ab und entwickelte eigene Vorstellungen. Vorstellungen, die, wie sich jetzt herausstellte, nicht immer mit den Ideen seines Großaktionärs zusammenpassten. Stark wollte den in viele Sparten gegliederten Mischkonzern aufteilen. Und das ließ er sich offenbar einiges kosten, wie das „Manager Magazin“ in seiner neuesten Ausgabe berichtet. So fand er für die Duisburger Tochter Standardkessel nur deshalb einen Käufer, weil er dem Erwerber angeblich 100 Millionen Euro quasi als Belohnung mit auf den Weg gab. Den Autozulieferer Dynamit Nobel Kunststoff wurde er bis jetzt gar nicht los. Und beim Verkauf der Chemiesparte spielte er lange nicht so viel ein, wie zunächst gedacht.

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