Überbordende Einzelfallrechtsprechung
EC-Karte weg – Wer zahlt den Schaden?

Ist die EC-oder Kreditkarte erst einmal gestohlen oder verloren worden, können viele Probleme auf den Kartenbesitzer zukommen, wenn ein Fremder Geld am Automaten mit der Persönlichen Identifikations-Nummer (PIN) abgehoben hat. Denn die Frage wer den Schaden für Abhebungen vor dem Sperren der Karte zu tragen hat, ist ein ewiger Streitpunkt zwischen Kunden und Banken und wird von Gerichten in unzähliger Einzelfallrechtsprechung beantwortet.

HB KARLSRUHE. Das Problem ist bei EC- oder Kreditkarten dasselbe. Der unehrliche Finder oder der Dieb hat am Geldautomaten den richtigen PIN benutzt und so unberechtigt Geld abgehoben. Die Banken verweigern dann die Übernahme der angefallenen Abbuchungen und führen zur Begründung die Sicherheit ihrer Geldautomaten an.

Berechnungen zufolge stehen die Chancen Eins zu 9999, die richtige Geheimzahl zu erraten. Der Täter könne demnach kaum die richtige Zahlenkombination innerhalb der drei Versuche finden, die er bis zum Einzug der Karte habe. Dementsprechend müsse der Kunde also unsachgemäß mit dem PIN umgegangen sein, ihn etwa auf die Karte geschrieben oder auf einem zugänglichen Zettel notiert haben, argumentieren die Institute.

Da der Kunde in der Regel diesen vermeintlich schlampigen Umgang mit dem PIN bestreitet, schließt sich zumeist ein hässlicher Rechtsstreit um die Frage an, wer den entstandenen Geldverlust zu tragen hat: Der Kunde oder die Bank? Folgt das Gericht der Ansicht des Geldinstituts, sieht es nicht gut für den Verbraucher aus. Dann spricht der Rechtsprechung zufolge schon allein der gesamte Auszahlungsvorgang dafür, dass der Täter nur durch das grob fahrlässige Verhalten des Kontoinhabers an die richtige Geheimzahl gelangen konnte. Auf sein konkretes Verhalten kommt es dann nicht mehr an, es sei denn der Kunde kann explizit das Gegenteil beweisen.

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