Übernahme
Die „Doctores“ setzen auf Biotechnologie

Die Strüngmänner sind zurück. Seit einigen Wochen zeigen die Hexal-Gründer wieder Flagge im Pharmasektor, wenn auch nicht im Geschäft mit Nachahmer-Medikamenten, sondern auf der anderen Seite der Branche: der Biotechnologie.

FRANKFURT. Die Strüngmänner sind zurück – obwohl: Wirklich weg waren sie eigentlich nie. Aber nachdem sie ihre Generikafirma Hexal im Frühjahr 2006 für stolze 5,6 Mrd. Euro an den Baseler Novartis-Konzern verkauft hatten, war es um Thomas und Andreas Strüngmann zumindest für eine gewisse Zeit etwas ruhiger geworden. Seit einigen Wochen nun zeigen sie wieder Flagge im Pharmasektor, wenn auch nicht im Geschäft mit Nachahmer-Medikamenten, sondern auf der anderen Seite der Branche: der Biotechnologie.

Ende der vergangenen Woche kündigte ihre Unternehmens-Holding Santo ein Übernahmeangebot für die börsennotierte Münchener Firma 4SC an. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von neuen Medikamenten gegen Infektionen spezialisiert und wird derzeit an der Börse mit 73 Mill. Euro bewertet. Gut 30 Prozent der Anteile hält Santo bereits, nachdem man sich an einer Kapitalerhöhung beteiligt hat. Ebenfalls im Zuge einer Kapitalerhöhung engagierten sich die beiden Brüder mit knapp 16 Mill. Euro bei der Medigene AG. Dort soll Thomas Strüngmann in den Aufsichtsrat einziehen.

Manche Fachleute aus der Pharmabranche sind skeptisch, ob die beiden Unternehmer mit Engagements wie Medigene oder 4SC tatsächlich den richtigen Riecher haben. Aber niemand zweifelt daran, dass sie genügend Ehrgeiz, Kapital und Ausdauer mitbringen. Bei Hexal brauchten sie zwei Jahrzehnte, um aus einer kleinen Pharmafirma den größten europäischen Generikahersteller zu formen.

„Der Kultur der Kontrolle (in Großkonzernen) setzen wir Vertrauen entgegen“, beschreibt Thomas Strüngmann seine Führungsphilosophie. Flache Strukturen, schnelle Entscheidungen sowie ein ungestümer, zuweilen auch riskanter Expansionsdrang prägten das Hexal-Modell.

Marktkenner sind nun gespannt, wie sich die beiden Brüder auf dem Markt für Biotechnologie behaupten werden, zumal das Terrain für die beiden 58-Jährigen nicht ganz neu ist: So übernahmen sie bereits vor zwei Jahren die Wuppertaler Aicuris. Weitere Engagements sollen folgen.

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