Übernahme durch PSA Neumann will Opel-Chef bleiben

Auch nach der Übernahme durch PSA will Karl-Thomas Neumann an der Opel-Spitze bleiben. Einen möglichen Einstieg des Autobauers auf dem chinesischen Markt sieht der Manager allerdings skeptisch.
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Unter General Motors musste Opel sich auf den Märkten USA und China zurückhalten. Nun will der Autobauer erstmal wieder in Europa seine Marktstellung verbessern. Quelle: dpa
Karl-Thomas Neumann

Unter General Motors musste Opel sich auf den Märkten USA und China zurückhalten. Nun will der Autobauer erstmal wieder in Europa seine Marktstellung verbessern.

(Foto: dpa)

HamburgOpel-Chef Karl-Thomas Neumann will auch nach dem Zusammenschluss mit Peugeot an der Spitze des Rüsselsheimer Autobauers bleiben. „Ich stehe ganz klar dafür, dass wir hier etwas aufbauen, das Zukunft hat“, sagte der Manager der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview. Da sei es für ihn wichtig, vor den Mitarbeitern zu stehen und Führung zu zeigen. „Das habe ich bisher getan und tue das auch weiterhin.“ Mit Peugeot-Chef Carlos Tavares verstehe er sich gut.

Neumann, der Opel seit 2013 leitet, zeigte sich zuversichtlich, dass die bisherige GM-Tochter mit dem Blitz als Logo unter der Übernahme durch den französischen Konzern PSA Peugeot Citroen nicht leiden werde. Die beiden Marken würden nicht ähnlicher. Peugeot will im Zuge des Zusammenschlusses bei Fahrzeugen vermehrt die gleiche Technik einbauen, um die Kosten zu senken.

Diese Manager saßen bei Opel am Steuer
Michael Lohscheller
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Der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller ist neuer Chef von Opel. Er gehört seit September 2012 dem Opel-Vorstand an und ist seit dem 1. Juli 2014 Finanzvorstand und Geschäftsführer Finanzen der Opel Group. Der Diplom-Kaufmann sammelte schon vor seiner Zeit bei Opel über viele Jahre Erfahrungen in der Automobilbranche: Lohscheller arbeitete bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Karl-Thomas Neumann
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Lohscheller folgt auf Neumann, der überraschend zurückgetreten war. Der gebürtige Niedersachse (Jahrgang 1961) studierte Elektrotechnik in Dortmund und Duisburg. Zunächst arbeitete er bei Motorola, 1999 wechselte er dann zu VW. Von 2004 bis 2009 war er für den Automobilzulieferer Continental tätig. Danach ging Neumann 2009 zurück zu Volkswagen. Seit März 2013 war er Opel-Chef.

Neumann nimmt Abschied
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Im Juni 2017 trat Neumann ist von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurück. Jetzt wird erneut über ein Comeback bei VW spekuliert.

Thomas Sedran
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Neumanns Vorgänger an der Opel-Spitze hieß Thomas Sedran. Er war von Juli 2012 bis Februar 2013 übergangsweise Opel-Chef. Später stand er der dem Mutterkonzern General Motors in Europa vor. 2015 verließ er GM. Im Zuge der VW-Abgasaffäre wurde er als neuer Chefstratege in Wolfsburg engagiert.

Karl-Friedrich Stracke
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Der Ingenieur war zunächst für die Opel-Werke in Bochum und Rüsselsheim zuständig. Ab 2004 leitete er den Europa-Bereich von General Motors. Von April 2011 bis Juli 2012 war er dann Opel-Vorstandsvorsitzender. Nachdem er den Autokonzern nicht zurück in die Gewinnzone führen konnte, trat er 2012 zurück.

„Nick“ Reilly
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David Nicholas „Nick“ Reilly heuerte 1975 bei General Motors an. Zum Jahreswechsel 2001/02 wurde er als Sanierer Vorsitzender des Übergangsvorstand bei Daewoo, das nach der Übernahme als GM Daewoo firmierte. Von 2006 bis 2009 war er Vizepräsident der GM-Gruppe und Präsident der General Motors Asia-Pacific-Group. Zwischen Januar 2010 und April 2011 übernahm er den Opel-Vorstandsvorsitz.

Hans Demant
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Der Maschinenbauer begann Mitte der 1970er-Jahre seine Karriere bei Opel. Zunächst war er in der Produktentwicklung tätig, 2001 wurde er Vize-Vorstandsvorsitzender bei General Motors in Europa. Von Juni 2004 bis zu seinem Rücktritt im Januar 2010 firmierte er als Opel-Chef. Seit Oktober 2010 verantwortet er die Koordination internationaler Projekte bei VW.

Skeptisch äußerte sich Neumann, der vor seiner Zeit bei Opel das China-Geschäft von Volkswagen geleitet hatte, über die Chancen von Opel in der Volksrepublik. In China eine neue Marke einzuführen, verlange sehr hohe Investitionen. „Der chinesische Markt ist nicht mehr das Allheilmittel, um die Probleme auf anderen Märkten zu kurieren.“ Für Opel gehe es erst mal darum, in Europa nachhaltig Gewinn zu machen.

General Motors hatte seine Europa-Tochter Opel an der kurzen Leine gehalten und Opel den Verkauf von Autos in den USA und China – den beiden größten Pkw-Märkten der Welt – aus Angst vor hauseigener Konkurrenz untersagt. Nachdem absehbar war, dass Opel auch nach 16 Jahren rote Zahlen schreiben würde, beschlossen die Amerikaner, sich aus dem Europageschäft zurückzuziehen. Mit der Übernahme von Opel steigt Peugeot in Europa zum zweitgrößten Autobauer nach Volkswagen auf.

  • rtr
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