Überraschende Entscheidung
Thomas Stein verlässt BMG

Nur einen Tag nach dem Ausscheiden des Deutschlandchefs von Universal Music muss auch Thomas Stein, Deutschlandchef bei der Bertelsmann-Tochter BMG Music in München seinen Stuhl räumen. Nach Tim Renner, Deutschlands jüngstem Musikchef wird damit auch der dienstälteste Chef eines der großen Musikmulitis Opfer der anhaltenden Krise der Branche.

pos/HB DÜSSELDORF. Stein wird das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen. Sein Nachfolger wird Maarten Steinkamp, President International. Steins Rolle als Juror in „Deutschland sucht den Superstar“ bleibt unberührt. In der Branche verlautete, dass der Abschied Steins auch mit der geplanten Fusion der Bertelsmann Musiksparte BMG mit dem Musikgiganten Sony zusammenhängt.

Stein trete mit sofortiger Wirkung zurück, heißt es in der BMG- Mitteilung. Er habe „große wirtschaftliche und kreative Erfolge erzielt, die auch in hohen Marktanteilen Niederschlag fanden“, sagte BMG-Chef Rolf Schmidt-Holtz. Stein habe die Interessen der Musikindustrie in seiner langjährigen Führungsarbeit in den verschiedenen Industrieverbänden engagiert vertreten. Es würden Gespräche über Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit geführt.

Der 53-jährige gelernte Verlagskaufmann war Musikjournalist beim ZDF, wurde 1982 Geschäftsführer der damaligen Teldec Schallplatten GmbH und avancierte sechs Jahre später zum Geschäftsführer von BMG Ariola. 1991 wurde Stein Vorsitzender der BMG-Geschäftsführung und begleitete Künstler wie Die Prinzen, Whitney Houston, Peter Maffay und Modern Talking. 1998 übernahm er den Vorsitz von BMG Entertainment Deutschland, Schweiz, Österreich und Osteuropa. 2001 stieg er zum Europa-Chef auf nach Auflösung der Position kehrte er zurück als Chef der deutschsprachigen Länder. Bis 2001 war Stein außerdem Vorsitzender des Branchenverbandes der Phonographischen Wirtschaft.

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