Überraschungsei-Erfinder
Michele Ferrero ist der reichste Mann Italiens

Der reichste Mann Italiens ist ein Überraschungsei. Michele Ferrero besitzt das gleichnamige Schokoladen-Imperium - und laut der aktuellen „Forbes“-Liste fast 20 Milliarden Dollar. Ferrero ist Patriarch und gottgläubig.
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MailandEr macht Millionen Kinder glücklich und doch kennt ihn kaum jemand, den reichsten Mann Italiens: Michele Ferrero, der Gründer des gleichnamigen Schokoladen-Imperiums, das von Alba aus die Süßschnäbel der Welt mit Kinderschokolade, Nutella und Raffaello beglückt. Mit einem geschätzten Vermögen von 19 Milliarden Dollar steht er auf Platz eins der „Forbes“-Liste der reichsten Italiener. Deutlich vor dem 11,5 Milliarden Dollar schweren Gründer des Brillenkonzerns Luxottica und dem Modezar Giorgio Armani, der immerhin 7,2 Milliarden Dollar sein eigen nennt.

Doch wer ist Michele Ferrero? Der 86-jährige Patriarch, der sich gerne hinter einer Sonnenbrille versteckt, meidet auch sonst das Rampenlicht. Fotos gibt es nur wenige von ihm. Der Pressesprecher des Hauses – eine Position, die erst vor wenigen Jahren geschaffen wurde – hat vor allem die Aufgabe, lästige Anfragen abzulehnen. Ferrero kommuniziert über die Werbung, und nicht über die Presse. Das war schon immer so – und wenn es nach Michele Ferrero geht, soll es auch so bleiben.

Die „Forbes“-Liste empfindet der öffentlichkeitsscheue Mann denn auch als äußerst lästig: „Woher wollen die das denn wissen?“ soll er sich schon in der Vergangenheit darüber geärgert haben, berichtet ein Mitarbeiter des Unternehmers.

Vor 55 Jahren übernahm der strenggläubige Katholik das väterliche Unternehmen in seinem Geburtsort Alba – ein kleines, sauberes Städtchen im Piemont mit den Walliser Alpen im Nordwesten und den Ligurischen Alpen im Süden. Der Haselnusscreme „Giandujot“ gab er den Namen Nutella und eroberte an der Seite seiner Frau Maria Franca und später mit Hilfe seiner Kinder mit immer neuen Produkten immer neue Märkte. Das Überraschungsei, das eigentlich nur als Saisonprodukt für die Osterzeit geplant war, beglückt seit Jahrzehnten ganzjährig die Kinder weltweit.

Bis heute ist das Unternehmen nur aus eigener Kraft gewachsen. 2009 hatte die Familie kurz erwägt, beim britischen Hersteller Cadbury einzusteigen. Doch letztlich überwog die Vorsicht des Gründers. Auch ohne Zukäufe kann sich sein geschäftlicher Erfolg blicken lassen: Mit 18 Werken weltweit und 22.000 Mitarbeitern setzte Ferrero im letzten Geschäftsjahr weltweit 7,2 Milliarden Euro um und erwirtschaftete einen Vorsteuergewinn von 856 Millionen Euro – Margen, von denen die meisten Lebensmittelhersteller nur träumen können.

Geschäftspartner beschreiben Ferrero als knallharten Verhandler, der nicht zu Kompromissen bereit ist. Potentielle Nachahmer seiner Marken überzieht er aggressiv mit Klagen. Mitarbeiter beschreiben Ferrero als Detailversessen und leidenschaftlich: er bastelt persönlich bis zum Schluss am Geschmack der Schokoriegel oder des Desserts „Grand Soleil“.

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Ferrero ist und bleibt ein Patriarch

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  • man möge mal folgenden link des wdr folgen:
    http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/0808/03_ferrerocheck.jsp

    der typ ist kein menschenfreund, sondern ein skrupelloser geschäftsmann.

    angesichts der massenhaften kinderarbeit für fererro erhält der name kinderschockolade eine ganz neue bedeutung.

    reichster mann italiens dank kinderarbeit. der typ ist kein ehrlicher kaufmann, sondern ein ...

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