Üble Nachrede
Wie sich Unternehmen gegen Gerüchte wehren

Der Fall Bettina Wulff zeigt einmal mehr: Im Netz verbreiten sich Gerüchte und Verleumdungen rasant. Der Gang zum Juristen ist aber oft langwierig und teuer. Schneller helfen oft einfache Tricks – und gesunde Vorsicht.
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DüsseldorfIm Internet lauern zahlreiche Gefahren, die den guten Ruf von Unternehmen, Managern und anderen Prominenten bedrohen. Diskussionen im Netz verbreiten sich deutlich schneller als in der realen Welt - und aus vagen Vermutungen werden schnell Tatsachenbehauptungen. Als Umweltminister Peter Altmaier vor wenigen Wochen in einer Sonntagszeitung erzählte, er habe sein Leben lang allein gelebt, heißt es in der "Tageszeitung", Altmaier könne damit andeuten, homosexuell zu sein. Dieses Gerücht wiederum griff das Netz begierig auf, weiter zugespitzt von Bloggern.

Inzwischen schlägt Google für Altmaier die Wortkombinationen "schwul" und "homosexuell" direkt im Suchfeld vor, wenn Nutzer den Namen Altmaier eingeben. Wabernde Gerüchte. Gegen das Gerücht juristisch vorzugehen ist fast aussichtslos, da der Minister dafür Hunderte von Seitenbetreibern verklagen müsste. Altmaier sah sich also gezwungen, der Illustrierten "Stern" ein Interview zu geben. Sein Kernsatz dort: "Die gleichen Leute, die sagen, ihr müsst uns als Schwule akzeptieren, haben ein Riesenproblem, zu akzeptieren, dass jemand allein leben möchte."

So eine PR-Gegenoffensive ist eine Möglichkeit - so wie sie auch Bettina Wulff mit ihrem Buch startet. Doch die ehemalige First Lady vertraut auch auf klassische Rechtsmittel wie Unterlassungserklärungen. Auch Unternehmen können die Betreiber von Webseiten direkt zur Verantwortung ziehen. Denn für Veröffentlichungen im Netz gelten ähnliche Regeln wie für klassische Medien.

Wenn die Seiten aus dem Internet verschwunden sind, können Betroffene bei Suchmaschinen wie Google und Bing die Spuren der gelöschten Seiten manuell aus dem Speicher löschen lassen. Google listet etliche anonymisierte Fälle auf, in denen Suchergebnisse auf Anweisung von Behörden wegen Verleumdung oder Hasspropaganda getilgt wurden. Ein solcher Rechtsweg ist jedoch aufwendig und teuer.

Auf bloßen Hinweis von Nutzern löscht Google hingegen fast nie. In der Regel sei ein Gerichtsurteil nötig, damit Google prüft, ob Suchergebnisse nicht angezeigt werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Suchkonzern wehrt sich auch dagegen, diffamierende Wortkombinationen bei den Vorschlägen im Suchfeld zu sperren - wie etwa "Bettina Wulff Prostituierte". Die Maschine bilde automatisch oft angefragte Kombinationen ab, die immer von Nutzern eingegeben worden sind, so der Konzern. Zumindest ein italienisches Berufungsgericht in Mailand sah das anders.

Ein Geschäftsmann musste sich nicht gefallen lassen, automatisch mit dem Begriff "Betrüger" genannt zu werden. "Die diffamierende Natur der Wortverbindung, die den Kläger betrifft, bereitet dessen Ehre, seiner Person und seiner Profession Schaden", urteilte die Richterin. "

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  • Wartet bis die Gesichtserkennung mehr eingesetzt wird. Bei all den (privaten) Fotos im Netz wird dies ein wahrer Fundus fuer boese Menschen. Und da koennte es schon genuegen, dass man nur bei einem Gruppenbild unwissentlich drauf ist, vielleicht gar nur auf einem Touristenfoto. Da gibt es sicherlich noch rechtlichen Handlungsbedarf.

  • Google sollte solange auf die Autocomplete-Funktion verzichten, bis eine Methode gegen den Mißbrauch entwickelt worden ist.

  • Suchmaschinen - die Mülleimer des Internets. Man findet alles, aber eben auch ausgesuchten Mist.

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