Ulrich Bez
Hochtouriger Traumerfüller

Ulrich Bez baut automobile Träume – und nun erfüllt sich der Chef der legendären britischen Sportwagenmarke selbst einen Wunsch: Er eröffnet heute ein Testzentrum am Nürburgring. Er hofft, so noch mehr deutsche Kunden für die schnellen Autos zu begeistern.

DÜSSELDORF. Das Temperament von Aston-Martin-Chef Ulrich Bez ist legendär. „Der lässt nicht locker“, sagt Weggefährte Franz-Josef Paefgen, heute Chef des britischen Konkurrenten Bentley, anerkennend. Bereits als junger Entwickler bei Porsche fiel Bez durch seine selbst für schwäbische Verhältnisse außergewöhnliche Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit auch bei Details auf.

Um seine betuchte Klientel noch enger an die Marke zu binden, kombiniert Bez jetzt das Angenehme mit dem Nützlichen. Der Aston-Martin-Frontmann eröffnet heute das neue Testzentrum der Briten – ausgerechnet am deutschen Nürburgring, der rheinland-pfälzischen Rennstrecke in der Eifel. Neben Werksfahrern auf geheimen Prototypen sollen auch Kunden fortan den Rausch hoher Geschwindigkeiten erleben dürfen – und so die Zahl der produzierten Autos bis zum kommenden Jahr von 7000 auf 8000 steigern.

Bez verwirklicht sich einen langgehegten Wunsch. „Der Nürburgring hat für mich, seit ich im Geschäft bin, eine ganz besondere Bedeutung. Wenn man ein Auto wirklich auf Haltbarkeit auslegen will, führt kein Weg an dieser Strecke vorbei“, sagt der 64-Jährige. Alle neuen Modelle lässt er 10 000 Kilometer bei hohen Geschwindigkeiten auf dem Rennzirkus absolvieren, bevor sie in den Verkauf kommen. Und er selbst fährt da regelmäßig Rennen.

Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Porsche hat der promovierte Luftfahrtingenieur den Bau herausragender Automobile von der Pike auf gelernt. Dem schwäbischen Sportwagenbauer verdankt der gebürtige Stuttgarter einschneidende Erfahrungen. Nach einem Intermezzo beim bayerischen BMW-Konzern – Bez schuf dort mit kleinem Team den 1987 vorgestellten Roadster Z1 – holte der Heimkehrer in Stuttgart zum großen Wurf aus.

In den Vorstand aufgerückt, entwickelte der leidenschaftliche Tüftler für Porsche Anfang der 90er-Jahre den ersten Viertürer. Im Anschluss an eine Sitzung des Aufsichtsrates begleitete Familienpatriarch Ferdinand Piëch, damals Audi-Chef, den stolzen Entwicklungschef ins Designstudio – und zollte ihm seine Anerkennung für die Perfektion des Wurfes. „Da bin ich glücklich nach Hause gefahren und habe gedacht: Jetzt hast du es geschafft“, sagt Bez. Von wegen: Stattdessen markierte die Episode den Anfang vom Ende seiner Porsche-Karriere. Der machtbewusste Piëch wollte sein geplantes Flaggschiff Audi A8 an den Mann bringen, sagen Beobachter, potenzielle Konkurrenz aus dem Familienunternehmen war unerwünscht.

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