Ulrich Jobs
Zupackender Strommann

Ulrich Jobs ist neuer Chef aller RWE-Kraftwerke. Der 54-Jährige übernimmt dabei keine einfache Aufgabe. Denn bei den Kraftwerken gibt es zahlreiche Probleme.

DÜSSELDORF. Kohle, der wichtigste Brennstoff, gilt als Klimakiller Nummer eins. Der Strom, den RWE produziert, soll überteuert sein, klagen Verbraucher und Industrie. Das baldige Aus für das Kernkraftwerk Biblis scheint kaum noch abzuwenden.

Jobs wird künftig viel Zeit in Berlin verbringen, um für den Konzern die Rahmenbedingungen noch einigermaßen erträglich zu gestalten. Das ist nicht leicht: Beim Emissionshandel hat die Braunkohle, die RWE im eigenen Tagebau fördert, die schlechtesten Karten. Und die Margen in der Stromproduktion, die 44 Prozent zum Betriebsergebnis von RWE beiträgt, soll die geplante Verschärfung des Kartellrechts deutlich beschränken. Aber gleichzeitig muss der neue Chef ein milliardenschweres Investitionsprogramm verantworten, mit dem RWE seinen Kraftwerkspark erneuert.

Eine kurze Eingewöhnungszeit hat Jobs bereits hinter sich. Seit dem ersten April gehört er dem Vorstand an, jetzt hat er die Verantwortung von Jan Zilius übernommen, der Ende April mit 61 Jahren in den Ruhestand gegangen ist.

Die Fußstapfen sind groß. Zilius genoss in der Branche einen exzellenten Ruf. Fachlich bringt Jobs aber die besten Voraussetzungen mit. An der Technischen Universität Clausthal hat er Bergbau studiert und später promoviert. Gleich nach dem Studium startet er bei der RWE-Tochter Rheinbraun und bleibt dem Konzern 30 Jahre lang treu. Zunächst lernt er das Geschäft mit Kohle und Strom kennen, leitet unter anderem den Braunkohletagebau. Zuletzt ist er für Gas zuständig und leitet die tschechische Tochter Transgas.

Jobs ist in Herne, mitten im Ruhrgebiet, geboren. Mitarbeiter beschreiben ihn als unkonventionellen, zupackenden Mann mit trockenem Humor. Mit seinem neuen Vorgesetzten bei RWE, dem Stahlmanager Jürgen Großmann, der nach jetzigen Planungen im November ins Unternehmen eintreten und Anfang des kommenden Jahres Harry Roels als Vorstandsvorsitzenden ablösen soll, dürfte Jobs jedenfalls keine Anpassungsprobleme haben. Beide haben die gleichen beruflichen Wurzeln – Großmann studierte zur selben Zeit in Clausthal.

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