Ulrich Kallmeyer lenkt Deutschlands größten Brauer
Nüchterner Chef in bierseliger Branche

"Bier ist ein Wirtschaftsgut. Und eine Brauerei ist dazu da, Geld zu verdienen“, ist die unbestreitbare und unsentimenta"Bier ist ein Wirtschaftsgut. Und eine Brauerei ist dazu da, Geld zu verdienen“, ist die unbestreitbare und unsentimentale Meinung von Ulrich Kallmeyer.le Meinung von Ulrich Kallmeyer.

DÜSSELDORF. Und das will der Vorstandschef der zum Oetker-Konzern gehörenden Radeberger Gruppe AG auch mit der Brau und Brunnen AG schaffen. Heute legt das bisher defizitäre Unternehmen die Geschäftszahlen vor.

Bisher hatte der 59-Jährige mit seiner nüchternen Einstellung in der manchmal etwas bierseligen Branche unerwarteten Erfolg. Während andere sich über den nachlassenden Durst der Deutschen beklagten, hat er bewiesen, wie ein Unternehmen mit Bier hier zu Lande gute Gewinne erzielen kann.

Der trotz seiner Größe von etwa 1,90 Meter unauffällige und zunächst etwas spröde wirkende Radeberger-Chef ist sich seiner Macht als größter deutscher Brauer vollkommen bewusst und setzt diese Stärke auch gezielt ein. Mit der derzeit laufenden Übernahme der Dortmunder Brau und Brunnen AG hat er Deutschlands größte Braugruppe geformt.

Als „hart, aber fair und korrekt“ bezeichnen ihn jene, die schon einmal mit ihm über eine Übernahme verhandelten. Der Spitzenmanager, der im persönlichen Gespräch auch mal eine scherzhafte Bemerkung macht, lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass generell mit ihm nicht zu spaßen ist.

Das musste auch Brau-und-Brunnen-Chef Michael Hollmann erfahren, der sich lange der Übernahme durch Oetker widersetzte. Wer der wahre Herr in der Konzernzentrale in Dortmund ist, demonstrierte Kallmeyer bereits Mitte April auf einer Zusammenkunft von 37 Führungskräften der Brau und Brunnen AG auf eindrucksvolle Weise. Wohl und Wehe der Versammelten machte er vom Erreichen seiner Renditevorgaben abhängig.

Auf Hollmanns weitere Dienste, dessen Vertrag noch bis 2006 läuft, will Kallmeyer zwar nicht verzichten. Jetzt soll Hollmann, der dafür gesorgt habe, dass die Übernahme für Oetker so teuer geworden sei, aber seinen Beitrag dazu leisten, dass wieder Geld in die Kasse hineinkomme, fordert der Radeberger-Chef. Dass Kallmeyer nicht lange fackelt, zeigte er schon 2001 als neuer Boss der Brausparte von Oetker. Er setzte den seinerzeit erfolglosen DAB-Chef Wolfgang Burgard nach 16 Dienstjahren, ohne zu zögern, vor die Tür.

Kallmeyer bevorzugt klare Worte, denen er meist umgehend Taten folgen lässt. Klare Verhältnisse liebt der Familienvater auch im Privaten: Seit 37 Jahren ist er verheiratet – „mit derselben Frau“, wie er betont. Sportliche Ambitionen hat der frühere Handballspieler heute nicht mehr. Seine Freizeit verbringt er lieber im Kreis der Familie. Dort gestattet er sich auch mal eine Sentimentalität: Der Großvater freut sich auf die bevorstehende Geburt seines vierten Enkelkindes.

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