Ulrich Schmack
Total Bio und total Unternehmer

Bis vergangene Woche hieß Deutschlands Biogas-Marktführer Ulrich Schmack. Dann gingen Olaf von Lehmden und seine Envitec Biogas AG erfolgreich an die Börse. Jetzt ist Envitec aus Lohne, gemessen am Börsenwert, deutlich vorne. Doch Schmack kontert.

MÜNCHEN. Manchmal stinkt sein Geschäft zum Himmel. Das kommt, wenn die freien Mitarbeiter der Art Rubivivax Gelantinosus oder Clostridium thermocellum zu Höchstform auflaufen und sie sub- oder ultraterrane Agrarprodukte zu CH4 verdauen. Das wird gemeinhin auch Sumpf- oder Methangas genannt. Es geht also um Biogas, und zwar in rauen Mengen, versteht sich.

Bis vergangene Woche hieß Deutschlands Marktführer Ulrich Schmack. Dann gingen Olaf von Lehmden und seine Envitec Biogas AG erfolgreich an die Börse. Jetzt ist Envitec aus Lohne, gemessen am Börsenwert, deutlich vorne, darum gibt es eine Art Nord-Süd-Konflikt.

„Das ärgert uns natürlich schon – willkommen im Club“, sagt Ulrich Schmack. Es ist noch gar nicht so lange her, da nahm er den Konkurrenten aus dem Norden für „nicht so breit aufgestellt wie wir“. Heute baut Envitec Biogas-Anlagen wie am Fließband und eröffnet eine europäische Tochter nach der anderen. Auch deshalb gab es das fulminante Börsendebüt.

Doch Schmack lässt sich nicht beirren. Für das laufende Geschäftsjahr will er den Umsatz von 90 auf bis zu 170 Mill. Euro steigern und ein Ebit von gut zehn Mill. Euro erzielen. Außerdem verkündete er vergangenen Sonntag seine Pläne zum Bau einer neuen Anlage auf dem Firmengelände in Schwandorf: Die größte ihrer Art in Europa soll sie werden. Sie koste 15,8 Mill. Euro und werde 61 500 Tonnen pflanzlicher Rohstoffe im Jahr verarbeiten können.

Als Konsortialpartner hat Schmack Eon Ruhrgas und Eon Bayern gewonnen, man teilt sich die Investition zu je einem Drittel. „Das ist ein weiterer Meilenstein für uns“, sagt Schmack. Sebastian Zank, Analyst der WestLB, sieht das ähnlich. Das Projekt beweise, dass sich Schmack „herausragend“ positioniert habe.

So bleiben die Ziele des Unternehmenschefs trotz des Börsengangs von Envitec langfristig unverändert: „Wir wollen weltweit führender Komplettanbieter im Bereich Biogas werden“, sagt der CEO. Chefig wirkt er nicht, ohne Bugwelle ist er, oder, um im Bild zu bleiben, ohne Gasblase. Schmack ist erst 33, auch das erklärt einen Teil. Dabei ist er total Bio und total Unternehmer, eine nicht ganz so häufige Verbindung.

Das hat natürlich auch etwas mit Herkunft zu tun. Der Vater war Großbauer im kleinen Hausen in Niederbayern. Schon als Junge hat Ulrich Schmack in Haus und Hof sehr gerne zusammen mit seinen Brüdern gebastelt. Daheim, auf dem Hof mit immerhin 120 Hektar, gab es viele Rindviecher und noch mehr Hühner und dementsprechend reichlich Gestank. Irgendwann kam den Brüdern die Idee, aus deren Verdauungsprodukten Energie zu gewinnen. „Wir haben einen befreundeten Ingenieur eingebunden in unser Projekt und die erste Anlage selbst zusammengeschraubt“, erinnert sich Schmack.

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