Ulrich Schröder übernimmt Chefsessel bei der zweitgrößten Förderbank
Ein Tempomacher für die NRW.Bank

Mit Ulrich Schröder gibt demnächst ein Langstreckenläufer bei der NRW.Bank in Düsseldorf das Tempo vor. Der schmal gebaute 53-Jährige, der dreimal pro Woche eine Stunde trainiert, wird Vorstandschef der zweitgrößten deutschen Förderbank hinter der KfW.

DÜSSELDORF. Er löst Anfang kommenden Jahres Bernd Lüthje ab, der mit 66 Jahren in den Ruhestand geht. Mehrfach war über die vorzeitige Ablösung Lüthjes spekuliert worden. Er machte in seiner Rolle als gleichzeitiger Aufsichtsratschef der WestLB AG eine unglückliche Figur.

Schröders Berufung dürfte der neuen Landesregierung von Jürgen Rüttgers umso leichter gefallen sein, als der neue Chef CDU-Mitglied ist. Außerdem kennt sich der dunkelhaarige Jurist und Betriebswirt mit den Besonderheiten des Instituts bestens aus. Mit seinen Kollegen Lüthje und Ernst Gerlach hat er die Förderbank mit aufgebaut. Sie entstand durch Teilung der alten Westdeutschen Landesbank in die WestLB AG und die NRW.Bank.

Die Landesregierung setzt große Hoffnungen auf die neue Bank und ihren Lenker. Die NRW. Bank werde die „zentrale Förderplattform im Land“, sagte NRW-Finanzminister Helmut Linssen (CDU). Dazu zählt die Außenwirtschaftsfinanzierung und die Bildungsfinanzierung.

Schröder gilt im Hause als ein Mann der klaren Analyse. Der dreifach Familienvater ist bekannt dafür, dass er nicht weit ausholt, sondern schnell auf den Punkt kommt. Er hat sein gesamtes Berufsleben bei der alten WestLB verbracht. Hier trat der Konservative ein, als noch der „Rote Baron“ Friedel Neuber an Rhein und Ruhr schaltete und waltete. Schröder begann als Mitarbeiter des Vorstandsstabs. Seitdem erledigte er viele Aufgaben, ob als Kundenbetreuer in London, Niederlassungsleiter in Münster/Bielefeld oder danach als Leiter der Pariser Niederlassung.

Gerade drei Monate war er im Vorstand der WestLB, als es vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung mit der Brüsseler EU-Kommission zur Aufspaltung der Bank kam. Er wechselte zur Landesbank NRW, die später in NRW. Bank umgetauft wurde. Dort ist er im Vorstand für viele Gebiete zuständig, vom Aktiv-Passiv-Management bis zur internen Organisation.

Wer Schröders Posten im Vorstand Anfang kommenden Jahres übernehmen wird, ist offen. Noch ist kein Kandidat benannt worden.

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