Umbau des Verwaltungsrates
Uebber auf dem Sprung zu EADS

Der Autokonzern Daimler-Chrysler hat für den sich anbahnenden Umbau des EADS-Verwaltungsrates sein neues Personaltableau komplettiert. Neben Daimler-Vorstand Rüdiger Grube, der bereits im Board des Luft- und Raumfahrtunternehmens sitzt, wird voraussichtlich Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber in den Verwaltungsrat einziehen.

FRANKFURT/MÜNCHEN. Die Pläne von Uebbers Einzug in den Verwaltungsrat war aus Finanzkreisen zu erfahren. Sie bestätigten einen Bericht der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Der Stuttgarter Konzern ist Großaktionär bei EADS. Er hat gemeinsam mit dem französischen Industriekonzern Lagardère und dem französischen Staat sogar die Stimmenmehrheit. Daimler selbst hält derzeit 30 Prozent an EADS. Der Konzern hat zwar bereits den Verkauf eines Viertels seiner Anteile im kommenden Jahr perfekt gemacht. Und er bereitet die Trennung von einem weiteren Viertel derzeit vor. Er kann jedoch seinen Anteil bis auf zehn Prozent verringern, ohne Stimmrechte bei EADS zu verlieren.

Derzeit sitzen im EADS-Board noch die beiden Daimler-Manager Rüdiger Grube als normales Mitglied und Manfred Bischoff als Co-Vorsitzender des Gremiums. Aber das ändert sich spätestens am 1. April nächsten Jahres: Bischoff wird seinen Posten bei EADS räumen, wenn er zum neuen Aufsichtsratschef von Daimler-Chrysler berufen wird.

Seinen Posten als Co-Chef des EADS-Boards wird dann wahrscheinlich Grube übernehmen. Dieser macht damit seinen Platz im Verwaltungsrat frei, der bisher von Daimler besetzt wurde. Auf diesen Platz soll im nächsten Frühjahr Bodo Uebber wechseln.

Daimler schickt damit seinen – neben Grube – letzten ausgewiesenen Luftfahrtexperten im Vorstand des Stuttgarter Autokonzerns in das EADS-Gremium. Uebber war vor über zehn Jahren Chef des Controllings der Dasa-Tochter Dornier und wechselte später – gefördert vom früheren EADS-Co-Chef Rainer Hertrich – als Finanzchef zum Luftfahrtunternehmen MTU. Neben der Fachkompetenz spricht für Finanzvorstand Uebber auch die Tatsache, dass der Luftfahrtkonzern in Stuttgart inzwischen nur noch als Finanzbeteiligung geführt wird.

EADS bereitet derzeit eine drastische Sanierung seiner wichtigsten Tochter Airbus vor, die wegen Lieferproblemen beim Riesen-Airbus A380 in die Krise gestürzt ist.

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