Umbau in der Krise
Konzerne rüsten IT für Kooperationen

Heute wissen auch die Strategen des Autobauers BMW noch nicht, wie die Welt nach dem Ende der weltweiten Rezession aussehen wird. Eins ist den Planern in der Münchener Konzernzentrale aber längst klar: In Zukunft werden sie noch stärker als bisher Partner einbinden müssen, um schneller zu werden und die Kosten zu senken. Eine zentrale Rolle auf dem Weg dahin spielt die Informationstechnologie.

MÜNCHEN. Die Informationstechnologie hat sich auf den neuen Trend bereits einstellt. Schon seit Jahren holt sich BMW weltweit Lieferanten für einzelne Projekte, aber auch für langlaufende Themen, an Bord. Doch jetzt geht das deutlich schneller und einfacher als früher. "Die Partner werden nach standardisierten Prozessen in unsere Informationssysteme eingebunden", sagt Karl-Erich Probst, der IT-Chef von BMW. Manchmal würden die Firmen binnen Tagesfrist Zugang erhalten - allerdings nur für jene Bereiche, die für sie tatsächlich relevant seien.

Denn eins ist klar, die Autobauer von der Isar möchten die Originalunterlagen ihrer teuren Fahrzeuge nicht auf chinesischen Festplatten wissen, selbst wenn sie mit Firmen aus Fernost eng zusammenarbeiten. Deshalb wird fein unterschieden: ein langjähriger verlässlicher Zulieferer aus Niederbayern bekommt mitunter mehr Einblick als ein neuer Partner aus der Volksrepublik.

Wie bei den bayerischen Autobauern erkennen immer mehr Entscheider in Unternehmen, wie wichtig eine moderne IT ist. "Die Bereitschaft, IT-Lösungen auf Vorstandsebene zu diskutieren, geht enorm hoch", sagt Michael Ganser, Deutschland-Chef des amerikanischen Netzwerkausrüsters Cisco. Dabei würden sich die Top-Manager aber kaum für Produkte oder Techniken interessieren sondern für Lösungen.

Ein Beispiel: Wer viel mit Partnern zusammenarbeitet, der braucht die nötigen Mittel, um große Tele-Konferenzen aufzusetzen. Dabei ist es der Top-Etage völlig egal, welche Kameras oder Programme dafür nötig sind. "Wenn mir ein Lieferant nur ein Produkt verkaufen will, dann muss ich davon ausgehen, dass er mein Problem nicht verstanden hat", sagt BMW-Manager Probst. Stattdessen wollen die Konzerne ganze Systeme, etwa um die Entwickler rund um den Globus zu vernetzen.

Schon heute treffen sich Mitarbeiter von BMW und Zulieferern in virtuellen Räumen und gehen um künstliche Autos oder Bauteile herum. "Die IT-Verantwortlichen stehen vor der Herausforderung, zahllose Teilnehmer ad-hoc virtuell zusammen zu bringen", sagt Cisco-Manager Ganser. Der Vorteil solcher Computerkonferenzen: Sie lassen sich schnell organisieren, sind effizient und die Unternehmen sparen sich die teuren und zeitaufwendigen Dienstreisen.

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