Umfrage
Auch Chefs für Begrenzung von Managergehältern

Die Koalitionspläne für eine Begrenzung von Managergehältern stoßen auch bei Führungskräften in deutschen Unternehmen auf breite Zustimmung. Über zwei Drittel fänden es richtig, wenn die Bezüge von Vorstandsmitgliedern gedeckelt würden.

HB BERLIN. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "Capital". Danach hält mehr als ein Drittel (36 Prozent) der 503 repräsentativ befragten Führungskräfte ein Jahreseinkommen von maximal 500 000 Euro für ausreichend. Weitere 25 Prozent sprachen sich für eine Obergrenze von einer Million Euro aus. 23 Prozent sind gegen ein Gehaltslimit.

Nach Angaben des CDU-Finanzpolitikers Otto Bernhardt, der zusammen mit seinem SPD-Kollegen Joachim Poß die Koalitions-Arbeitsgruppe "Managergehälter" leitet, müssen bei den Einkommen künftig langfristige Aspekte eine stärkere Rolle spielen. Deshalb sollten etwa Aktienoptionen nicht bereits nach zwei Jahren, sondern wahrscheinlich erst nach vier Jahren eingelöst werden können, sagte er am Mittwoch dem Nachrichtensender N24. Diskutiert werde auch, Bonuszahlungen nicht am Jahresende, sondern erst mit einigem Abstand auszuzahlen. Zudem solle in Zukunft der gesamte Aufsichtsrat über die Höhe der Bezüge entscheiden. Die endgültigen Empfehlungen seien aber noch nicht fertig.

Poß hält eine gesetzliche Begrenzung von Managervergütungen bei Unternehmen für möglich, die staatliche Hilfe in Anspruch nehmen. "Keine Leistung ohne Gegenleistung", sagte er der "Rheinischen Post". Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, stellt Aktienoptionen für Führungskräfte generell infrage. Damit werde nur der Anreiz für "spekulatives Verhalten" gefördert. Die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel sprach sich dafür aus, hohe Abfindungen stärker zu besteuern.

CDU-Vize Christian Wulff wandte sich strikt gegen staatliche Vorgaben. "Nicht die Politik, sondern Unternehmen und Tarifparteien sind für Gehälter zuständig", sagte der niedersächsische Ministerpräsident der Wochenzeitung "Rheinischer Merkur". Auch der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken, Klaus-Peter Müller, warnte vor staatlichen Eingriffen. Bei großen börsenorientierten Firmen verdienten vielleicht zehn bis 15 Vorstandsmitglieder mehr als fünf Mio. Euro im Jahr. "Es wäre doch grotesk, für diese kleine Gruppe ein Gesetz zu machen. Das ist eine Neiddebatte", sagte Müller der "Zeit".

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