Umfrage
Unternehmen senken Werbeausgaben

Der hiesige Werbemarkt bleibt weiterhin angespannt. Davon gehen zumindest die größten werbetreibenden Unternehmen in Deutschland aus.

DÜSSELDORF. Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) hat in einer Umfrage, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, ermittelt, wie sich die Werbeinvestitionen der Markenartikler in der näheren Zukunft verändern werden.

Das ernüchternde Resultat: 52 Prozent der Mitgliedsunternehmen rechnen in diesem Jahr mit rückläufigen Werbeausgaben. Zum Vergleich: Bei der letzten Befragung im Spätsommer 2008 prognostizierten dies nur 38 Prozent der Befragten. Doch die Lage hat sich in den vergangenen Monaten weiter zugespitzt.

Fast ein Drittel der werbetreibenden Unternehmen (31 Prozent) will seine Werbeausgaben in diesem Jahr deutlich um zehn Prozent und mehr gegenüber dem Vorjahr kürzen. Weitere 17 Prozent der Befragten gaben an, die Werbeinvestitionen um sechs bis acht Prozent zu kappen. "Das sind natürlich alarmierende Signale für die deutsche Werbewirtschaft", sagte Joachim Schütz, Geschäftsführer der OWM, "eine Erholung wird es voraussichtlich erst in 2010 geben." Der Branchenverband vertritt knapp 100 Unternehmen, von Allianz über Mars bis hin zu Unilever, die nach eigenen Angaben zusammen mehr als sieben Mrd. Euro pro Jahr für Kommunikation und Werbung ausgeben.

Bereits das erste Quartal 2009 hat tiefe Spuren im Werbemarkt hinterlassen: 37 Prozent der befragten OWM-Mitglieder haben bereits weniger für Werbung ausgegeben als im Vorjahreszeitraum, 55 Prozent haben ihren Werbeetat nicht verändert, und lediglich acht Prozent gaben an, ihn erhöht zu haben.

Die Senkung der Werbeausgaben basiert in erster Linie auf den geringeren Umsätzen der Firmen: 41 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Umsätze seien im ersten Quartal 2009 niedriger als im Vorjahreszeitraum ausgefallen. Für das Gesamtjahr gehen 35 Prozent von einer schlechteren Umsatzentwicklung aus.

Bei der Wahl der Werbekanäle hat sich im Vergleich zur letzten Befragung nur wenig verändert. Die Hälfte der Befragten gab an, die Bedeutung von TV nehme ab, 46 Prozent sah einen Bedeutungsverlust der Printwerbung. Die Wachstumschancen von Internetwerbung sehen viele indes kritischer als früher: 56 Prozent der Befragten meinten, Internetwerbung werde an Gewicht gewinnen. Im Spätsommer 2008 waren davon immerhin noch 81 Prozent ausgegangen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%