Umsätze und Mandantenzahlen bei Steuerberatern rückläufig
Beraterbranche streitet über Qualität

Früher kam die Arbeit von allen Seiten, inzwischen sind es die Probleme. Die Zahl der Mandate geht zurück, sogar Insolvenzen unter Steuerberatern gibt es schon, wie das Bundesamt für Statistik belegt. Kein Wunder, dass der Konkurrenzkampf in der Branche deshalb verstärkt über die Qualität der Beratung ausgetragen wird.

DÜSSELDORF. Wie diese Qualität gesichert werden soll, darüber ist mittlerweile aber ein heftiger Streit ausgebrochen. Während der Deutsche Steuerberaterverband auf ein neues Qualitätssiegel setzt, will die Bundessteuerberaterkammer in den Fortbildungsmarkt einsteigen und Qualitätsstandards vorschreiben.

Die Ausgangslage ist unbestritten: Die Umsatzzahlen der 70 000 Steuerberater gehen insgesamt zurück. "Zeitversetzt trifft der Konjunktureinbruch jetzt die Steuerberater", sagt Unternehmensberater Josef Weigert, aus Nürnberg, der sich als ehemaliger Wirtschaftsprüfer auf die Steuerberaterbranche spezialisiert hat.

Dazu kämpft die Branche mit der schlechten Zahlungsmoral der Mandanten und den Unwägbarkeiten des deutschen Steuerrechts, wie das Marktforschungsunternehmen Maisberger Whiteoaks in seiner jüngsten Studie festgestellt hat. "Um als Berufsstand zu überleben, müssen wir deshalb die Qualitätssicherung an die oberste Stelle setzen", sagt Wolfgang Grieger, Vorstand der Ecovis-Gruppe, die in 120 Büros über 200 Wirtschaftsprüfer und Steuerberater versammelt.

Darüber, wie das in der Praxis aussehen soll, ist allerdings heftiger Streit entbrannt. Um einen guten Berater direkt als solchen erkennen zu können, setzt der Deutsche Steuerberaterverband (DStV) nun auf das neue Qualitätssiegel, das er zu Jahresbeginn vorgestellt hat. "Auf freiwilliger Basis können sich die Steuerberater hier einem Qualitätssicherungscheck entsprechend ihren Bedürfnissen unterziehen", erläutert Axel Pestke, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, der mit 32 000 Mitgliedern als Dachverband für 15 regionale Verbände fungiert. Durchgeführt wird das neue Audit von der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen.

Unmittelbarer Vorteil für die teilnehmenden Steuerberater sind Preisnachlässe von 15 bis 50 Prozent bei der Berufshaftpflichtversicherung. Zwar gab es schon seit 1998 für Steuerberater die Möglichkeit, sich nach der Qualitätssicherungsnorm DIN EN ISO 9000 zertifizieren zu lassen und bis zu 25 Prozent Prämiennachlass zu erhalten.

Doch bei nur 300 teilnehmenden Kanzleien blieb die Norm bislang ein Misserfolg. Das neue Siegel soll nun stärker auf den Dienstleistungscharakter der Steuerberater zugeschnitten sein und sich im Markt besser durchsetzen, so die Hoffnung des DStV. Die Kosten für die Abnahme des Standards dürften bei 1 000 bis 1 500 Euro liegen.

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