Umschuldung im Gespräch
Zweiter Chef für die Borussia

Deutschlands einziger börsennotierter Fußball-Club kehrt wieder zu einer Doppelspitze zurück: Die Borussia Dortmund KGaA (BVB) gab am Dienstag bekannt, dass Thomas Treß, 40, ab Jahresbeginn neuer Geschäftsführer neben Hans-Joachim Watzke wird.

DÜSSELDORF. Treß ist kein Unbekannter in Dortmund, sondern bestens eingearbeitet. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Partner und Generalbevollmächtigter der Wirtschaftsprüfung Rölfs Partner, die für die Borussia ein Sanierungskonzept erarbeitet hat. Treß war Abgesandter Rölfs im Lenkungsausschuss. Bevor er 1999 zu den Düsseldorfern kam, arbeitete der Diplom-Kaufmann bei Pricewaterhouse Coopers.

Treß übernimmt in der KG die Bereiche Finanzen und Organisation. Watzke, dessen Vertrag um zwei Jahre bis Ende 2008 verlängert wurde, zeichnet verantwortlich für Sport, Kommunikation und Sponsoring. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Managers Michael Meier Ende Juni arbeitete die Borussia mit nur einem Geschäftsführer. Eigentlich hatte der Verein erklärt, Meiers Posten nicht mehr besetzen zu wollen.

„Mit Thomas Treß konnten wir einen Mann zur Erweiterung der Geschäftsführung gewinnen, der bereits seit Monaten die Sanierung des Unternehmens verantwortlich begleitet und mit vorangetrieben hat, auch und gerade in Verhandlungen mit den Gläubigern des BVB“, sagt Reinhard Rauball, der Präsident des Vereins.

Eine von Treß’ Aufgaben wird wohl auch sein, eine Umschuldung auf die Beine zu stellen. Nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen versucht Watzke, einen Interessenten zu finden, der den Großteil der vorhandenen Verbindlichkeiten von 89 Millionen Euro übernimmt. Ziel sei es, die Rückzahlung der Schulden zu strecken. Allerdings sei noch kein solcher Investor in Sicht.

Thomas Knüwer
Thomas Knüwer
Handelsblatt / Reporter
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