Umstrittene Kandidatin zieht zurück
Telekom fehlt der Personalchef

Der Machtkampf um die Besetzung des Postens des Personalvorstands bei der Telekom hat eine überraschende Wende genommen. Am Dienstag zog die umstrittene Kandidatin Regine Büttner ihre Bewerbung zurück.

lou DÜSSELDORF. Die Nominierung von Büttner für das Personalressort hatte vor allem Kritik auf sich gezogen, weil ihr Ehemann Rolf Büttner für den Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi im Aufsichtsrat der Deutschen Post sitzt. Post-Chef Klaus Zumwinkel wiederum steht dem Aufsichtsrat der Telekom vor.

Auch Analysten hatten eine mögliche Berufung von Büttner kritisiert. "Es wäre zu befürchten gewesen, dass jemand, der der Gewerkschaft nahe steht, den notwendigen Personalabbau bei der Telekom nur zögerlich angeht", sagt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. Jochen Reichert vom Analysehaus SES Research betonte: "Dem Personalvorstand kommt bei der Telekom eine Schlüsselrolle zu, weil der Konzern voraussichtlich auch künftig Mitarbeiter abbauen muss. "

Vor dem Rückzug Büttners war bereits der vom scheidenden Personalvorstand Heinz Klinkhammer favorisierte Dietmar Welslau am Widerstand der Gewerkschaft Verdi gescheitert.

Telekom-Chef René Obermann, der am Dienstag dem Aufsichtsrat seine neue Führungsmannschaft vorgestellt hat, besetzt das Personalressort nun kommissarisch mit Finanzchef Karl-Gerhard Eick. Wie erwartet haben die Vorstände für Personal und Festnetz ihre Posten niedergelegt. Nachfolger des bisherigen Festnetzvorstands Walter Raizner wird Timotheus Höttges, der zuvor den Vertrieb bei der Mobilfunktochter T-Mobile geleitet hat. Neuer Vorstandschef von T-Mobile und damit Nachfolger des aufgestiegenen Obermann wird Hamid Akhavan.

Die neuen Chefs für die Bereiche Festnetz und Mobilfunk erhalten gleichzeitig spartenübergreifende Zuständigkeiten. Höttges wird künftig für den Service und den Vertrieb im gesamten Konzern verantwortlich sein. Akhavan leitet die Produktentwicklung und ist zuständig für Produktinnovationen. T-Systems-Chef Lothar Pauly bleibt verantwortlich für die Netz- und IT-Strategie und den Einkauf.

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