Umwandlung verspricht Ergebnisverbesserungen
Vorbild Europa AG

Als erster Großkonzern in der Europäischen Union nimmt die Allianz die Rechtsform der Europäischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea) an. Anleger und Beschäftigte begrüßen den Schritt. Andere Unternehmen hadern noch, ob sie dem Beispiel des Finanzkonzerns folgen sollen.

DÜSSELDORF. Die neue Rechtsform der Societas Europaea (SE) macht Unternehmen übersichtlicher und Strukturen einfacher. Anleger können sich schneller als bisher ein Bild von der Lage der Gesellschaft machen. Experten rechnen damit, dass Aktien der in SEs umgewandelten Gesellschaften attraktiver werden. Bei den Anlegern sind diese Überlegungen aber noch nicht angekommen.

Als erster deutscher Großkonzern hatte die Allianz Anfang September angekündigt, die Rechtsform einer SE anzunehmen. Die Änderung erleichtere es dem Versicherungskonzern, die italienische Tochter RAS mit dem Konzern zu verschmelzen, schreibt Jochen Schmitt, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. "Gleichzeitig werden die Konzernstrukturen vereinfacht, was zu Effizienzsteigerungen führt." Durch den Umbau des Konzerns will der Versicherer bis zum Jahr 2008 rund 730 Mill. Euro einsparen.

Synergieeffekte, die durch vereinheitlichte Strukturen entstehen, kommen in Form höherer Unternehmensgewinne auch den Anlegern zugute. Außerdem wird das Unternehmen mit seinen Töchtern als Europa AG übersichtlicher und für Investoren überschaubarer. "Die SE bietet dem Unternehmen und seinen Tochtergesellschaften einen Mantel mit ähnlicher Grundstruktur", sagt Jan Hamann, -Robert Rechtsanwalt bei der Kanzlei Latham & Watkins in Hamburg.

Die Möglichkeit, eine Europa AG so aufzustellen, dass sie einer angelsächsischen Aktiengesellschaft nahe kommt, werten Experten ebenfalls als Anreiz für Anleger. "Für institutionelle Investoren aus dem Ausland wird die Gesellschaft dadurch attraktiver", sagt Hamann.

In einer SE kann die Konzernspitze nach dem deutschen System mit Aufsichtsrat und Vorstand oder mit einem angelsächsischen Verwaltungsrat, den ein geschäftsführender Vorstand leitet, strukturiert werden.

Die Aktionäre profitierten auch von einer steigenden Wettbewerbsfähigkeit durch die Rechtsform-Umwandlung, meint WestLB-Versicherungsanalyst Carsten Zielke. "Europäische Entscheidungen können einfacher und schneller umgesetzt werden. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit." Seine Prognose: Dem Vorreiter Allianz dürften weitere Gesellschaften folgen, die in mehreren europäischen Ländern aktiv sind.

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