Umwelt- und Sozialperformance
Unternehmen und Gesellschaft: Wer drängt wen?

Der Druck auf Unternehmen zur Steigerung ihrer Umwelt- und Sozialperformance steigt – zumindest wird dies von Beratern, Wissenschaftlern und Verbänden suggeriert. Doch wie hoch ist der äußere Einfluss auf die Wirtschaft tatsächlich? Neue Studien zeigen: Die Möglichkeiten so genannter Stakeholder sind begrenzt.

LAUSANNE. Aus gutem Grund sind in einer Marktwirtschaft Aufgaben an die verschiedenen Akteure (Unternehmen, Regierungen, Bürger/Konsumenten) unterschiedlich verteilt. Für Unternehmen heißt dies, Profite zu erwirtschaften und somit einen positiven Beitrag zur ökonomischen Entwicklung des jeweiligen Landes zu leisten. Unternehmen operieren jedoch nicht in einem gesellschaftlichen Vakuum. Sie verlieren ihre sogenannte "license to operate", wenn sie ihre Macht nicht verantwortungsbewusst nutzen. Auf Druck von außen müssen sie also ihre Wege ändern.

Die viel interessantere Frage ist insofern, wie sich die Gesellschaft und einzelne sogenannte Stakeholder gegenüber Unternehmen verhalten. Gerne vermitteln Berater, Wissenschaftler und Verbände den Eindruck, dass der Druck auf Unternehmen zur Erbringung einer gewissen Umwelt- und Sozialperformance stark ist bzw. ansteigt. Kann dies mit Recht behauptet werden?

Zur Beantwortung der Frage hat das IMD in den vergangenen fünf Jahren zwei Studien durchgeführt. Der empirische Befund ist eher ernüchternd. Zwischen 2003 und 2004 wurden über 1 500 Manager in neun Branchen befragt zum Thema Corporate Sustainability und der Möglichkeit, aus einer verbesserten Umwelt- und Sozialperformance in ihrem Unternehmen auch finanzielles Kapital zu schlagen.

Die vorrangig aus Industrieländern stammenden Befragten beklagten sich über signifikante externe Hindernisse (unter anderem mangelndes Interesse der Kunden und Investoren). Gerade die Manager, die mit der Aufgabe betraut waren, das Thema Corporate Sustainability in ihrem Unternehmen voranzubringen, erhofften sich mehr Druck von außen, um diesen als Hebel für Veränderungen in ihrem Unternehmen zu nutzen. Unser Befund ist jedoch umso interessanter, als dass die Befragten Probleme im Nachhaltigkeitsmanagement ihrer Unternehmen mehrheitlich auf interne Faktoren (mangelndes Problembewusstsein, unzulängliche Unternehmenskulturen) zurückführten.

In jedem Fall lag es nahe, den Stakeholdern auf den Zahn zu fühlen. In der Folgestudie 2005 wurden neun verschiedene Stakeholdergruppen (diesmal nur in Europa) darüber befragt, wie wichtig ihnen das Thema Corporate Sustainability ist und inwiefern sie Maßnahmen zur Beeinflussung der Sozial- und Umweltperformance von Unternehmen einleiteten. Unsere Ergebnisse beruhen auf 280 direkten Interviews und mehr als 350 ausgefüllten Fragebögen.

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