Unicredit: Dieter Rampl: Ein Deutscher in Mailand

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Dieter Rampl: Ein Deutscher in Mailand

Auch nach drei Jahren in Mailand entspricht der ehemalige Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl nicht dem Bild eines italienischen Bankers. Bescheiden statt protzig hat Rampl die italienische Unicredit durch die Krise geführt. Seine Zukunft als Präsident der Großbank ist trotzdem ungewiss. Am 29. April entscheiden die Aktionäre, ob er bleibt.

MÜNCHEN/MAILAND. Ein antiker Schreibtisch aus Edelholz ziert sein Büro an der Piazza Cordusio, nur wenige hundert Meter vom Mailänder Dom entfernt. Schwere Vorhänge und Stofftapeten schmücken den Raum, in den der ehemalige Hypo-Vereinsbank-Chef Dieter Rampl als Präsident der europäischen Großbank Unicredit eingezogen ist. Gediegen und nobel wie es einem italienischen Top-Manager gebührt. „Aber wissen Sie, eigentlich mag ich es lieber modern“, sagt er mit Blick auf die gold-gerahmten Bilder in seinem Mailänder Reich.

Ein italienischer Manager ist der 60-Jährige auch nach drei Jahren in Mailand noch nicht komplett geworden. Dabei hat er mittlerweile recht gut Italienisch gelernt – die ersten Minuten auf den Hauptversammlungen hält er auf Italienisch. Und auch in den Machtspielchen der italienischen Finanzwelt findet er sich mittlerweile gut zurecht.

Am 29. April wird sich zeigen, ob das reicht. Denn dann müssen die Aktionäre entscheiden und auf der Hauptversammlung den gesamten Vorstand neu wählen, Vorstandsvorsitz und Präsident inklusive. Unicredit-Chef Alessandro Profumo gilt nach stürmischen Monaten mittlerweile wieder als sicher an der Spitze.

Bei Rampl ist das nicht der Fall. Es kursieren Gerüchte, dass die Sparkassen-Stiftungen Cariverona, CRT und Carimonte, die zu den größten Aktionären der Unicredit gehören, die Muskeln spielen lassen könnten und Rampl zugunsten eines eigenen Kandidaten abwählen. Schließlich haben sie Unicredit mit rund 1,3 Mrd. Euro bei der jüngsten Kapitalerhöhung unterstützt. Dafür wollen sie in Zukunft stärker mitreden. Chancen hätte Rampl dann nur, wenn sich die Italiener nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Statt sich gegenseitig Zugeständnisse zu machen, könnten sie dann lieber den Deutschen bestätigen.

Rampl hatte einst die Fusion mit Unicredit eingefädelt. Kritiker in München warfen ihm damals vor, die Eigenständigkeit der Bank kampflos aufgegeben zu haben. Heute sind sie leiser geworden. Schließlich wäre die HVB wohl ohne Unicredit kaum so gut durch die Finanzkrise gekommen.

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