Unicredit

Italienische Großbank will angeblich Ex-Minister als neuen Chef

Laut einem Medienbericht soll Corrado Passera neuer Unicredit-Chef werden. Am Freitag will die italienische Großbank und HVB-Mutter den Ex-Minister vorstellen. Doch angeblich ist die Entscheidung noch nicht gefallen.
Die italienische Großbank präsentiert angeblich am Freitag einen neuen Chef. Quelle: Reuters
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Die italienische Großbank präsentiert angeblich am Freitag einen neuen Chef.

(Foto: Reuters)

MailandDer frühere Industrieminister und langjährige Top-Banker Corrado Passera wird einem Zeitungsbericht zufolge neuer Chef der italienischen HVB-Mutter Unicredit. Der 61-Jährige solle Nachfolger des in die Kritik geratenen Federico Ghizzoni werden, meldete „Il Fatto Quotidiano“ am Sonntagabend, ohne Quellen dafür zu nennen. Am Freitag werde die größte italienische Bank ihn als neuen Chef vorstellen.

Die Hypo-Vereinsbank-Mutter aus Mailand wollte sich dazu nicht äußern. Passera war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Aus dem Umfeld eines der größten Unicredit-Aktionäre verlautete am Montag, Passera sei einer der Kandidaten, die von den Investoren in Erwägung gezogen werden. Es sei aber noch keine Entscheidung getroffen worden. An der Börse kamen die Personalspekulationen gut an: Unicredit-Anteilsscheine verteuerten sich um 3,5 Prozent.

Ghizzoni hatte Ende Mai seinen Rücktritt angekündigt, ist aber noch übergangsweise im Amt. Wie die Nachfolge aussehen könnte, war bislang unklar. Der Unicredit-Verwaltungsrat wollte zuletzt eigentlich keine Entscheidung vor Ende Juli fällen. Der Politik dauert das aber zu lang. Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan drängt auf eine schnelle Entscheidung, weil die Unsicherheit für ein „Element der Schwäche“ sorge.

So sehr schmieren Investmentbanken weltweit ab
Investmentbanken mit extremem Durchhänger
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Die Kursturbulenzen im ersten Quartal haben den Einnahmen von Investmentbanken immens geschadet. Zum Jahresbeginn waren die Kurse an den Aktienmärkten weltweit eingebrochen, Firmenübernahmen und Börsengänge wurden aufs Eis gelegt, Bankkunden handelten wegen der immensen Kursschwankungen weniger mit Wertpapieren.

Frankfurter Skyline
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Nach Daten des Finanzdatenanbieters Thomson Reuters fielen die Erträge im Investmentbanking weltweit um 28,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro – ein schwächeres Quartal hatte es zuletzt Anfang 2009 gegeben. Goldman Sachs hat den Spitzenplatz abgeben müssen.

Das Ranking umfasst aber nur das Geschäft mit der Ausgabe neuer Wertpapiere wie Aktien, Anleihen, Krediten sowie der Beratung bei Fusionen und Übernahmen – nicht etwa das Handelsgeschäft, in dem etwa die Deutsche Bank sehr stark ist.

Platz 15: Rothschild
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Traditionell ist das erste Quartal das stärkste für die meisten Investmentbanken, daher schlägt der Umsatzrückgang besonders ins Kontor. Unter den Top-20-Banken weltweit findet sich nur eine, die bei den Erträgen im 1. Quartal 2016 zulegen konnte.

Laut Thomson Reuters betrugen die Einnahmen von Rothschild 234 Millionen Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – dadurch sprang die Bank um sieben Plätze im Ranking nach oben.

Platz 12: UBS
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Die Schweizer Großbank UBS erwischte ein Quartal, in dem es noch stärker abwärts ging als im Branchenschnitt: Die Einnahmen im Investmentbanking schrumpften um 39,1 Prozent auf 279 Millionen Dollar. Damit konnte die Bank Platz 12 verteidigen, knapp vor HSBC (minus 41,9 Prozent) und BNP Paribas (minus 30,8 Prozent).

Platz 10: RBC Capital Markets
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Die kanadische Investmentbank RBC Capital Marktes (Foto: Werbestand auf einer Automesse) ist das erste Institut in den Top 10, mit knappem Vorsprung vor der Mizuho Financial Group auf Rang 11. Bei RBC schrumpfte das Geschäfts so stark wie der Gesamtmarkt (minus 28,5 Prozent) auf 345 Millionen Dollar.

Platz 9: Wells Fargo
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Die Bank mit Sitz in Kalifornien hält mit Erträgen von 401 Millionen Dollar (minus 34,3 Prozent) ihren Platz und liegt nur knapp hinter der größten deutschen Investmentbank.

Platz 8: Deutsche Bank
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Das Geschäft der Deutschen Bank schrumpft unter den Top 10 der Investmentbanken am stärksten: minus 44,5 Prozent. Die Einnahmen von 498 Millionen Dollar stammen fast zur Hälfte aus dem Anleihegeschäft. Die Bank büßt zwei Plätze auf Rang acht ein.
Einer Analyse des Marktbeobachters Coalition Group zufolge war die Deutsche Bank im vergangenen Jahr – inklusive des Handelsgeschäfts – die fünftgrößte Investmentbank der Welt, in dieser Rangliste ging es ebenfalls zwei Plätze abwärts.
Hier lesen Sie eine Analyse zur Lage des Investmentbankings der Deutschen Bank.

Aktionäre hatten Ghizzoni wiederholt vorgeworfen, die Bank sei zu wenig rentabel und die Kapitalausstattung zu dünn. Es wird befürchtet, dass das Geldhaus nun eine milliardenschwere Finanzspritze braucht. Das hat den Kurs des Instituts zuletzt immer wieder belastet.

Passera war früher Chef des größten heimischen Unicredit-Rivalen Intesa Sanpaolo – einer Bank, die vor allem im Filialgeschäft stark ist. Er gilt zudem als Architekt der Sanierung der italienischen Post rund um die Jahrtausendwende. 2011 verließ er die Bankenbranche und schloss sich der Regierung an.

  • rtr
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