United-Präsident tritt zurück
Airline-Chef unter Korruptionsverdacht

Wegen eines Korruptionsverdachts bei Geschäften mit dem Flughafenbetreiber des Großraums New York haben United Airlines und mehrere Führungskräfte Vorladungen bekommen. Airline-Chef Smisek tritt zurück.

ChicagoJeff Smisek ist als Geschäftsführer und Präsident von United Airlines zurückgetreten. Der Rücktritt sei sofort gültig, teilte die US-Fluggesellschaft am Dienstag mit. Sie ernannte Oscar Munoz zum neuen CEO.

Munoz leitete bislang die Geschäfte des US-Eisenbahnriesen CSX. Er hatte bereits einen Sitz im United-Verwaltungsrat inne, den er auch behalten wird.

Smiseks Rückzug steht in Verbindung mit Ermittlungen über die Beziehungen der Airline mit dem früheren Vorsitzenden der Behörde, die die Flughäfen im Raum New York betreibt. Mit der leitenden Vizepräsidentin Nene Foxhall und dem weiteren Vizepräsidenten Mark Anderson traten auch zwei andere hochrangige United-Mitarbeiter zurück.

United hatte im Laufe dieses Jahres bekanntgegeben, dass das Unternehmen und mehrere Führungskräfte Vorladungen von einem Bundesgericht erhalten hätten. Sie sollten demnach Informationen über die Geschäfte mit der Port Authority von New York und New Jersey bereitstellen. Die Fluggesellschaft hatte laut eigenen Angaben selbst eine interne Ermittlung unternommen.

Der frühere Vorsitzende der Hafenbehörde, David Samson, hatte sich für Projekte von United Airlines am Flughafen Newark stark gemacht, die Airline nahm gleichzeitig eine Flugstrecke von Newark nach Columbia im US-Staat South Carolina auf - dort hat Samson eine Ferienwohnung. Zweimal wöchentlich flog United die Strecke. Als Samson vergangenes Jahr zurücktrat, wurde sie jedoch innerhalb weniger Tage gestrichen.

Aus Dokumenten, die am Dienstag bei der zuständigen Kommission eingereicht wurden, geht hervor, dass Smisek wegen der Trennung neben anderen Privilegien eine Zahlung in Höhe von 4,875 Millionen Dollar (4,35 Millionen Euro) erhält. Er gelobte im Gegenzug, bei Ermittlungen jeglicher Art gegen United Airlines zu kooperieren.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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