Unter neuer Führung
Wechsel bei Banco España

Der seit dem gestrigen Dienstag amtierende neue Chef der spanischen Notenbank, Miguel Ángel Fernández Ordoñez, bringt mit seinen Personalentscheidungen neuen Wind in das alte Gemäuer der 150 Jahre alten Banco de España. Mit Ana Sánchez tritt die erste Frau in das Direktorium der Notenbank.

MADRID. Pilar Trueba wird die erste Generaldirektorin des Instituts. Fernández Ordoñez gab außerdem bekannt, dass er die Internationalisierung seines Hauses vorantreiben will. „Wir wollen uns durch Analysen und Studien weltweit einen Namen machen“, sagte der gelernte Wirtschaftswissenschaftler, der vorher unter anderem bei der OECD und der Weltbank gearbeitet hat. Ein Grund, warum er José Viñals zu seinem Stellvertreter gemacht hat. Der Spanier war bei der Notenbank bisher Generaldirektor für ausländische Angelegenheiten.

Von seinem Vorgänger Jaime Caruana hat Fernández Ordoñez ansonsten fast alle Generaldirektoren übernommen hat. Der 54-jährige Caruana hat sich vor allem wegen seines Engagements beim besseren Risiko-Management der Banken im Rahmen des Basel II-Abkommen international einen Namen gemacht. Er wird zukünftig an der Seite von Rodrigo Rato für eine neue Finanz- und Währungsabteilung beim IWF zuständig sein.

Der neue Mann an der Spitze der Banco de España steht allerdings vor einer großen Herausforderung. Nicht nur, dass das spanischen Bankensystem sich in einem starken Internationalisierungsprozess befindet und am Anfang einer zweiten Konsolidierungsphase steht, an der auch die Sparkassen teilhaben wollen. Spanien steht auch bei einigen internationalen Wirtschaftsorganisationen auf der Liste der Länder, die wegen zu laxer Kontrollen ein idealer Standort für Geldwäscherringe geworden sind. In diesem und im vergangenen Jahr hat die spanische Polizei an der Küste zwei dieser Organisationen gesprengt.

Der konservativen Opposition im spanischen Parlament muss Fernández Ordoñez zudem seine Unabhängigkeit beweisen. „Er gilt als sein enger Vertrauter sowie als Sympathisant der regierenden Sozialisten. Er ist ein guter Mann, aber dass Solbes ihn selber ohne Abstimmung mit den Konservativen ernennt, spricht nicht für seine Unabhängigkeit“, kritisiert Manuel Romera von der Managementschule Instituto de Empresa.

Bei seiner Antrittsrede am Dienstag unterstrich der 61-jährige Fernández Ordoñez jedoch seine Autonomie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%