Unter Sean Harrigans Führung hat Calpers den Unternehmen bei Vorstandsbezügen und Interessenkonflikten Druck gemacht
Mächtiger US-Fondschef in der Kritik

Die Wiederwahl von Sean Harrigan als Calpers-Präsident gefährdet. Der Chefposten des weltgrößten Pensionsfonds wird wohl neu besetzt.

Sean Harrigan ist Chef des weltgrößten Pensionsfonds Calpers – California Public Employees Retirement System. Er verwaltet ein Anlagevermögen von mehr als 166 Milliarden Dollar an den weltweiten Finanzmärkten. Daraus finanziert Calpers die Renten und die Krankenversorgung für öffentliche Angestellte des US-Bundesstaats Kalifornien.

Diesen mächtigen Posten möchte der 57-Jährige behalten, wenn sein Vertrag im Januar ausläuft. Doch es könnte sein, dass daraus nichts wird. Der Personalausschuss, der für die Staatsbediensteten Kaliforniens zuständig ist, dürfte am 1. Dezember dafür stimmen, Harrigan nicht wieder an die Spitze zu berufen. Das berichtet Rob Feckner, Vorsitzender des Anlageausschusses von Calpers gegenüber Bloomberg News.

Der Grund: Unter Sean Harrigans Führung hat Calpers den Unternehmen bei Vorstandsbezügen und Interessenkonflikten Druck gemacht. „Er hat sehr deutliche Worte gesprochen. Ich denke, das hat beim kalifornischen Gouverneur, der republikanischen Partei und einigen hochrangigen Vorstandschefs von Unternehmen, denen wir auf die Finger geklopft haben, Irritationen ausgelöst“, sagt Feckner.

In die Kritik geriet der Pensionsfonds, nachdem er sich dieses Jahr bei der Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern bei Unternehmen, bei denen er beteiligt ist, der Stimme enthalten hatte. Das betraf auch Warren Buffet. Der Finanzinvestor war lange Zeit ein Advokat für mehr Rechte der Aktionäre und fungierte als Wirtschaftsberater des republikanischen Gouverneurs von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger.

Die Regierung habe den Personalausschuss nicht beeinflusst, gegen Harrigan zu stimmen, sagte Schwarzenegger-Sprecher Vince Sollitto. Die Vorwürfe, Schwarzenegger versuche, Harrigan wegen seiner Corporate-Governance-Aktivitäten abzusetzen, seien „paranoide Hirngespinste“, sagte Sollitto.

Als Nachfolger für Harrigan wird Ron Alvarado, derzeit Vize-Präsident des Personalausschusses, gehandelt.

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