Unternehmen gründen Zeitarbeitsfirmen, um in schwierigen Zeiten Erfahrungswissen zu halten
Mitarbeiter zu verleihen ist besser als sie zu kündigen

Als Konzernchef Jürgen Schrempp neulich nach wochenlangem Ringen das Sparpaket von Daimler-Chrysler verkündete, präsentierte er auch neue Ansätze in der Personalpolitik: Künftig werden die Auszubildenden nach ihrer Übernahme über das konzerneigene Arbeitsamt „DC-Move“ an verschiedene Produktionsstandorte verliehen. Nach Auskunft des Konzerns kann nur so die Weiterbeschäftigung garantiert werden, da man über Bedarf ausbildet.

HB DÜSSELDORF. Immer mehr deutsche Großunternehmen setzen auf so genannte interne Arbeitsämter, um bei betrieblichen Umstrukturierungen flexibel reagieren zu können. Diese funktionieren wie Zeitarbeitsfirmen, die Mitarbeiter einstellen und ihnen befristete Engagements innerhalb und außerhalb des Unternehmens vermitteln sollen. Solche Agenturen wurden beispielsweise bei Bayer, Siemens, Merck, Degussa und BASF gegründet.

Für den Leiter der konzerneigenen Mitarbeiteragentur von BASF, Ullrich Schöffthaler, geht es vor allem darum die eigene Handlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten: „Wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt, müssen wir nicht mühsam nach neuen Fachleuten suchen, sondern können aus einem Pool von Mitarbeitern schöpfen, die wir uns über solche Personalagenturen erhalten haben.“

Rund 450 Mitarbeiter arbeiten in der Agentur. Die Einsätze können sowohl innerhalb als auch außerhalb der BASF-Gruppe erfolgen – zu marktgerechten Stundensätzen. Die Agentur hat sich zur Weiterbildung der Mitarbeiter verpflichtet, um deren Einsatzfähigkeit und Vermittelbarkeit zu erhöhen.

Als bei der Netzwerksparte ICN von Siemens vor zwei Jahren rund 2 300 Stellen abgebaut werden mussten, gründete man auch hier ein internes Arbeitsamt. Die Mitarbeiter bleiben rechtlich bei Siemens angestellt, während professionelle Personaler die Suche nach zeitlich begrenzten Engagements übernehmen. „Mittlerweile haben wir mit der Siemens-Zeitarbeitstochter Komp-Time rund 70 Prozent der Mitarbeiter vermittelt“, berichtet die Leiterin der Siemens Beschäftigungsgesellschaft Kerstin Wagner.

Mit unterschiedlichen Initiativen versucht der Bayer Konzern einen Stellenabbau aufzufangen. Bis Ende 2005 sollen rund 7 000 der 118 000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Abteilungen für „Bedarfsgerechte Einsätze“, der Azubi-Pool und eine Teilzeit-Offensive, dienen vor allem dem internen Ausgleich von Personalüberhängen.

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