Unternehmen
Yahoo und Microsoft prüfen Kooperation

Nachdem in den letzten Tagen über eine Fusion der Softwareriesen spekulierte worden war, werden die beiden Unternehmen nun möglicherweise eine Partnerschaft eingehen. Führende US-Medien meldeten am Wochenende übereinstimmend, dass die seit 18 Monaten andauernden Gespräche nicht mehr auf eine Fusion hinausliefen. Durch die Zusammenarbeit wollen Yahoo und Microsoft gegen die wachsende Dominanz von Google im Internet vorgehen.

Laut dem Marktforschungs-Institut E-Marketer wird Google den Anteil am Online-Werbemarkt in diesem Jahr von 25 auf 32 Prozent steigern. Yahoo kommt gerade auf 18 Prozent, Microsoft auf weniger als sieben. Unter einem gemeinsamen Dach könnten die Werbeaktivitäten der Google-Verfolger "phänomenale Resultate" erzielen, sagt die frühere Yahoo-Managerin Ellen Siminoff im Handelsblatts. Yahoo hat im Online-Werbemarkt weit mehr Erfahrung als Microsoft und gerade seine neue Werbeplattform "Panama" gestartet. Das erneute Interesse Microsofts kommt nur Wochen nach der Niederlage im Kampf um den Werbevermarkter Doubleclick, den Google für 3,1 Mrd. Dollar schlucken wird.

Eine Komplett-Fusion halten eine Reihe von Internet-Experten für sinnlos. "Zwischen den MSN-Services und Yahoo-Diensten sollten sich Synergien ergeben. Ob der Abstand zu Google bei Suchabfragen verringert werden kann, bleibt fraglich," so Erste-Bank-Analyst Ronald Stöferle-Peter gegenüber Pressetext. Bei den Messengerdiensten und E-Mailaktivitäten ist Yahoo Nummer eins, dicht gefolgt von Microsoft. Aufgrund der potentiellen Probleme einer Fusion geht auch Charlene Lee von Forrester Research in absehbarer Zeit nicht von einer Fusion aus. Ein mögliches Feld für Kooperationen sieht sie neben dem Online-Werbemarkt im mobilen Internet über Mobiltelefone. Beide Parteien hatten verkündet, hier massiv einsteigen zu wollen. "Einfach nur Google im Suchmaschinenmarkt zu jagen, ist verlorene Zeit", sagte Lee im Handelsblatt. "Wenn es etwas werden soll, müssen beide etwas Großes machen, was sie besser können als Google."

www.handelsblatt.com

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