Unternehmensberater wird zweitgrößter Aktionär bei Berliner WMP Eurocom
Roland Berger setzt auf PR

Der Unternehmensberater wird zweitgrößter Aktionär bei der Berliner Agentur WMP Eurocom.

HAMBURG. Egal ob Edmund Stoiber (CSU) oder Gerhard Schröder (SPD) – mit Roland Berger schmückt man sich gerne. Auch die Berliner PR-Agentur WMP macht sich das Saubermann-Image des bekanntesten deutschen Unternehmensberaters zu Nutze. Lächelnd wirbt Berger als Aufsichtsratsmitglied auf deren Webseite mit leicht ergrautem Haar für neue Kunden. „Wir unterstützen Sie besonders bei schwierigen Fragestellungen in Zusammenhang mit Kommunikationsproblemen“, verkündet der 66-jährige Manager.

Nun hat der gebürtige Berliner seinen Einfluss bei einem der bekanntesten Beratungsunternehmen der Republik verstärkt. Er steigt mit knapp 15 Prozent zum zweitgrößten Aktionär der WMP Eurocom AG auf, bestätigte ein Sprecher. Berger, bislang mit fünf Prozent beteiligt, habe alle Aktien von Hans-Erich Bilges (9,7 Prozent) übernommen. Bilges bleibe aber im Vorstand des Unternehmens, teilte WMP mit.

Dass Bilges an Bord bleibt, ist verständlich. Er und Hans-Hermann Tiedje bilden seit Jahren das Herzstück der Agentur. Bilges war Mitglied in der „Bild“-Chefredaktion sowie Berater der Expo 2000. Tiedje, heute Hauptaktionär der WMP, war Chefredakteur der „Bild“ sowie Berater von Ex-Kanzler Helmut Kohl. Wie eine Vaterfigur thront über beiden als Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger Bundesaußenminister.

Gemeinsam haben die Medienmanager ein engmaschiges Netz zu Wirtschaft, Medien und Politik (daher die Abkürzung WMP) gespannt. Doch das Beziehungsgeflecht von Tiedje & Co. wurde mit der Entlassung von Florian Gerster schwer erschüttert. Der damalige Chef der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hatte mit der WMP einen Beratervertrag über 1,3 Millionen Euro abgeschlossen, ohne diesen zuvor öffentlich ausschreiben zu lassen. Der Rechnungshof rügte dies, und Gerster musste gehen.

Am Donnerstag wollte sich Berger hierzu nicht äußern. Seine Pressesprecherin sagte kleinlaut: „Kein Kommentar.“ Ein WMP-Sprecher gab sich hingegen offener: „Berger hat dazugekauft, weil er an die weitere Entwicklung der WMP glaubt.“

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