Unternehmensberatung: „Ich leide wie ein Hund“

Unternehmensberatung
„Ich leide wie ein Hund“

Sind sie eine Sekte? Benennen sie nur altbekannte Probleme? Lautet ihr Credo stets zuallererst: Jobs streichen? Martin Sonnenschein, Zentraleuropa-Chef von A.T. Kearney, über Klischees in der Unternehmensberatung.
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Unternehmensberatern haftet ein Klischee an: Sie kommen in ein Unternehmen und durchforsten alles. Als Ergebnisse präsentieren sie dann aber auch nur die Probleme, die ohnehin schon alle kennen. Und empfehlen Stellenstreichungen ...

Martin Sonnenschein: ... bei unserer täglichen Beratung kommt es tatsächlich vor, dass die Geschäftsführung bereits die Probleme und die Lösung kennt. Es hapert aber oft an der Umsetzung. Kommt das Management nicht weiter, sind wir gefordert. Wir bieten die Unterstützung, um etwas in den Unternehmen zu bewegen. Wir stiften den Nutzen, der dringend gebraucht wird. Und das ist wichtig.

Sie wollen ihr Image gar nicht bekämpfen?

Weshalb sollte ich das bekämpfen? Wenn man es nüchtern betrachtet, dann trifft das nur auf einen sehr kleinen Teil unserer Arbeit zu. Unsere Aufgaben und Projekte sind viel weiter gefasst und sollten nicht auf diese These reduziert werden. Richtig ist aber, dass es zu den Aufgaben dazu gehört ...

... Unternehmen bei unangenehmen Schritten zu unterstützen?

Ja. Die Entwicklung der vergangenen Jahre geht dahin, dass Firmen immer seltener ein Erkenntnisproblem haben. Sie leiden vielmehr unter einem Umsetzungsproblem. Viele Führungskräfte stellen sich die Frage: Wie komme ich von der Erkenntnis zum Ergebnis? Genau dabei können wir ihnen helfen.

Aber manchmal helfen Berater nicht weiter.

Ich leide wie ein Hund, wenn einer meiner Wettbewerber ein Projekt nicht gut abliefert. Das fällt negativ auf das Image der ganzen Profession zurück. Das ist alles andere als gut für unsere Branche.

Aber wenn die Konkurrenz versagt, kommt Ihnen das doch zugute?

Nein. Ich möchte selbst Kunden gewinnen und gute Projekte abliefern. Aber ich will auch mit möglichst viel Wettbewerb leben. Ein funktionierender Wettbewerb bringt den Kunden einen höheren Nutzen.

Ihr Wunsch scheint sich zu erfüllen. Der Wettbewerb in der Branche wächst. Große Prüfungsgesellschaften steigen in die Beratung ein. Neue Anbieter drängen in Spezialsegmente. Wer wird sich behaupten?

Das ist schwer vorherzusagen. Ich bin jedenfalls gespannt, wie diese neuen Spieler zurechtkommen. Wir sind bald 50 Jahre in Europa und Deutschland vertreten und bereits seit 1926 auf dem Markt. Da steht viel Tradition und Wissen dahinter.

Kommentare zu " Unternehmensberatung: „Ich leide wie ein Hund“"

Alle Kommentare
  • Es mag ja zeit-und teilweise zutreffen, daß das Problem nicht das Erkenntnisproblem der Firmen darstellt. Wir haben als Unternehmensberater trotzdem immer ein „Problem mit den Problemen „ .Vermutlich ist das Herrn Sonnenschein nicht bewußt, weil er seinerseits ein Erkenntnisproblem hat!

    Mit der Feststellung, daß der Auftraggeber kein Erekenntnisproblem habe, wird der Eindruck erweckt, daß alles seine „Richtigkeit“ habe – mitnichten! Denn das Erkenntnisproblem beschränkt sich ja nicht auf den Auftraggeber, sondern erstreckt sich auch auf den Auftragnehmer – nämlich zu erkennen ober mit dem was er ausführt eigentlich richtig handelt- und zwar nicht nur aus der Perspektive eines – häufig völlig überentlohnten- Unternehmensberaters ! Und daran mangelt es leider zu häufig bei den beauftragten Beratern und insofern kann ich Herrn Sonnenschein nachfühlen, daß er leidet wie ein Hund

  • Sehr gut auf den Punkt gebracht.

    Im Übrigen, was den Beratern an Inhalt fehlt, das machen sie mit dem Überstundenkult wett. Hocken da bis nach Mitternach an ihren Power Point-Präsentationen und meinen wunderwas sie da kreiieren. Eher zu belächeln.

  • Ich habe gerade die 8 Punkte gelesen,
    Welche Management-Fehler fatal für Firmen sein.

    DAS alleine würde doch schon reichen, wenn mancher Firmenbesitzer / Landesvater /... sie lesen UND beherzigen würde.
    Doch weder wird ein Ego-bezogener, sich allwissend glaubender Firmenchef/Politiker/... sie lesen,
    noch sich/das Unternehmen/... hinterfragen
    und die augenscheinlichen Änderungen /Verbesserungen / ...
    vornehmen.

    Zu allerletzt würde er seine Beschäftigten voll mit in den Prozess integrieren, denn die wissen meist als Erste, was/wo/wie so alles verbessert werden könnte im Unternehmen.

    Nein, lieber verdrängt er alles und bezahlt dann den UB.

    Komische Welt.

  • Ich persönlich betrachte 50% als "in die Glaskugel gucken" und die anderen 50% als Glück und Zufall wenn es positiv klappt.

    Es gibt mehr als genügend gescheiterte Fusionen die dieses untermauern.

    Letztendlich kann es als Lenker ganz hilfreich sein neutrales Input zu bekommen; anderseits kochen Berater auch nur mit Wasser; und auf´s WC müssen die auch.

    Bei Herrn Blessing konnte ich bisher noch nichts von dieser "Beraterintelligenzbestienquote" erkennen...aber gut; bei den Vorfahren gab es sicherlich eine Menge Vorschußlorbeeren; die arme Sxx.

  • "Leute - lasst doch die Prolo-Kommentare! "

    Seh ich auch so. Die WAHRHEIT ist doch dass der 0815-Angestellte UB´s deswegen ablehnt weil er Angst hat. Aber UB´s schaffen den Wertzuwachs der seinen Arbeitsplatz sichert bzw. Verteilungsspielraum in Sachen Geld. Sie machen das, was die Internen nicht leisten können oder nicht leisten wollen oder, das kommt auch vor, nicht leisten dürfen. Ganz klar gehen Projekte auch in die Hose und genauso klar müssen UB´s manchmal die Drecksarbeit machen. Aber das ist - genauso wie es im Interview steht - eben nur ein kleiner Teil

  • Reichlich schwammig. Wenn die Beratung genauso schwammig verläuft, sollte das Unternehmen das Geld seinen Arbeitern als Bonus auszahlen. Die kaufen dann was dafür.

    Praktisch werden wir heute bei jeder Bewegung von datenfressenden Sensoren erfaßt, die persönlich zugeschnittener Werbung abfeuern auf den Bürger, der letzten Ressource, dabei ist der längst bis zum Stehkragen verschuldet; da macht auch die Currywurst-Werbung den Currywurst-Liebhaber nicht hungriger, weckt nur Befremdung.
    Genauso wie die Bepbachtung von Marktbewegungen. Da läuft der Unternehmer mystischen Zahlen hinterher, die er doch nicht einholen holen. Das ist die Perfektionierung der Unselbständigkeit.

    Viele Unternehmen brüsten sich gern mit einer flachen Hierarchie, die lediglich in der Dutzerei zum Tragen kommt, aber wenn's ernst wird, versagt.

    Die Globalisierung ist bloß ein vagabundierender Finanzkapitalismus, der weniger rentable Industriezweige wegputzt ohne Rücksicht auf die Arbeitnehmer, weil er alles den Interessen von Investoren unterordnet. Dieser arbeitsscheue Wasserkopf wird platzen wie eine Seifenblase, denn eine stark automatisierte Industrie ist eine Arbeitnehmerbefreite.

    Die Kluft zwischen arm und reich ist krankhaft angeschwollen seit der Entfesselung der Finanzmärkte. Und weiter liberalisieren lassen sie sich nicht mehr.

    Unternehmensberater sind überflüssig wie ein Kropf.

  • Leute - lasst doch die Prolo-Kommentare! Herr Sonnenschein räumt doch ffen ein, dass dieProbleme auch schon VOR der Eischaltung von U-beratern erkannt und ekannt sind - e fehle nur an der "Umsetzung". Damir wird doch deutlich,dass U-Beratungen eingesetzt werden, um Handlungsalibi für feige Vorstände und Aufsichträte abzugeben! Vorstände können dann bequem auf die Berater zeigen, die die Maßnahmen ja vorgeschlagen haben!! Solche Beratungsaufträge -exorbitant teuer zudem - sollten Aufschtsräte dazu veranlassen,die verantwortlichen Vorstände von den Aufgaben zu entbinden!

  • wenn wir wat neuet machen wollen und dies selbst nicht schaffen ,aus welchen gründen auch immer,gehn wir an die uni oder fachhochschule hängen nen zettel in aushang stellen interessierten das projekt vor,legen die bezahlung fest und lassen die mädels und buben machen bei regelmäßigem austausch und beantwortung aller fragen

    eins zu eins wird da nix übernommen ,über ausbleibende zielführende vorschläge ,oft auch in ungewöhnlicher tiefe,form und denke können wir uns nicht beklagen und alles ausergewöhnlich hilfreich und zielführend

    die sagen halt nicht guntach,was den alten stört und glotzen auf ihre fußspitzen oder minibildschirme beim fortbewegen

    die manieren der unternehmensberater sind sicher vollendeter,aber aus früheren erfahrungen kann ich nur sagen,lösungen müssen denen in den schoß fallen ,denn drüber stolpern tun die nich,warn immer branchenblind und abgehoben ohne auftrieb.

    die fehlen uns nich...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Unternehmensberater=Kaffeesatzleser!
    Grasen die Firmen ab u. legen sich eine Datenbank an. Dann verkaufen sie im Unternehmen der Belegschaft ... was der Chef sich nicht zu sagen traut.

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