Unternehmensberatungen in der Presse
Anonym gern, aber nicht mit Namen

Die größten Unternehmensberatungen tauchen in der Presse auch am häufigsten auf. Auf die ersten vier Beratungen – McKinsey, Roland Berger, Booz Allen Hamilton und Boston Consulting – entfallen 54 Prozent aller Pressemeldungen. Interessant ist, bei welchen Themen die Presse die Berater am häufigsten um ihre Einschätzung bat – und wer mit Namen auftaucht.

Die größten zehn Beratungen vereinigen 84 Prozent der Meldungen auf sich. Die übrigen 15 Beratungen der Top 25 in Deutschland teilen sich den Rest. Dies ist das Ergebnis der diesjährigen Untersuchung vom Medienanalysten Landau Media Monitoring in Berlin zusammen mit dem Handelsblatt über die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit großer Unternehmensberatungen von Januar 2006 bis Mai 2007. Die Basis der Untersuchten ist die Lünendonk-Liste mit den umsatzstärksten Beratungen. Untersucht wurden überregionale Tageszeitungen wie „FAZ“, Handelsblatt, „FTD“, „Süddeutsche Zeitung“, „Welt“ oder „Frankfurter Rundschau“. Ebenfalls gesichtet wurden Magazine wie „Spiegel“, „Stern“, „Focus“ und der Wochentitel „Die Zeit“ sowie die Wirtschaftspresse mit „Wirtschaftswoche“, „Capital“, „Manager Magazin“ und „Impulse“.

Zum Ergebnis: McKinsey hat seine Top-Position auf Platz eins behauptet, Roland Berger seinen zweiten Platz ebenso, während Booz Allen Hamilton die Beratung Boston Consulting von Platz drei auf Platz vier verwiesen hat. A.T. Kearney machte gleich zwei Ränge gut und ist jetzt auf Platz fünf.

Womit die Ratgeber der Wirtschaft in die Presse kamen? In mehr als jedem dritten Fall geschah es im Zusammenhang mit einer Studie, konkret 35 Prozent. Der zweithäufigste Anlass waren Expertenmeinungen, bei dem die Meinung der Berater als Profis zu einem Thema oder einer Branche gefragt waren. 15 Prozent der Nennungen entfielen auf Personalien, fünf Prozent auf die Geschäftsentwicklung der Beratungen.

Das Fazit der Studie: „Das beliebteste und erfolgversprechendste PR-Instrument sind eindeutig Studien und Expertenmeinungen“, urteilt Uwe Mommert, Geschäftsführer von Landau Media. Denn Studien bieten den Medien gute Aufhänger für verblüffende Schlagzeilen und interessante Geschichten. Und weiter: „Gerade wenn die Themen für die Studien mit Fingerspitzengefühl für die aktuelle Nachrichtenlage ausgesucht werden, enthalten diese oft die benötigte wissenschaftliche Basis für redaktionelle Aussagen. Bestes Beispiel ist die McKinsey-Studie zu den Kosten der Reduktion der Treibhausgase, die genau im richtigen Zeitpunkt die Mediendiskussion um harte Fakten ergänzen konnte.“

Und es gibt noch andere, entscheidenden Gründe, warum Studien oder Untersuchungen in den Redaktionen willkommen sind. Handelt es sich um brisante Themen wie Kriminalität von Mitarbeitern in den Unternehmen, spricht keine Firma über so etwas Heikles, was ihrem Image schaden könnte. Niemand wagt sich dann als Einzelner aus der Deckung und in die Presse. Gerade im Zusammenhang mit Negativem oder peinlichen Fakten möchte keine Firma ihren Namen in der Presse lesen. „Aber dennoch möchte jeder unbedingt wissen, ob es den Mitbewerbern ebenso ergeht. Im Rahmen einer Umfrage unter zig Kandidaten sind die Firmen anonym meist durchaus bereit, ihre Sorgen oder Probleme zu bekennen“, weiß Michael Forst, Chef des Marktforschungsunternehmens EuPD Research in Bonn. Auf dem Wege haben alle etwas davon: Leser – manchmal selbst Ministerien und Behörden – erfahren über Wirtschaft und Unternehmen, was sie sonst nicht herausbekommen. Redaktionen sind froh über die gesammelten Informationen über einer ganze Branche oder über Fragen der Unternehmensführung. Und die Berater können als Experten auftreten.

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