Unternehmensgewinne
Europa steigt zum Profit-Weltmeister auf

Eine neue Handelsblatt-Studie zeigt: Die 500 wertvollsten Konzerne Europas sind profitabler als die US-Konkurrenten. Was deutsche, russische und französische Unternehmen so erfolgreich macht.

Die Mitarbeiter des Düsseldorfer Konsumgüterherstellers Henkel staunten bei der Bilanzpressekonferenz im Januar 2008 nicht schlecht. Der scheidende Vorstandschef Ulrich Lehner verabschiedete sich nicht wie sonst nach einem Rekordgewinn mit warmen Worten von seinen Mitarbeitern. Lehner stimmte die Belegschaft vielmehr auf das härteste Sparprogramm in der Firmengeschichte ein - tatsächlich wurden 3 000 der 52 000 Arbeitsplätze gestrichen.

Das Kostensenkungsprogramm kam genau zur rechten Zeit. Es versetzte den Traditionskonzern in die Lage, schon auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 und nicht erst beim Wiederanspringen der Konjunktur nachhaltig zu sparen - und damit die Profitabilität zu verbessern. Der Lohn: Schon 2010 verdiente Henkel so viel wie noch nie. Die Umsatzrendite stieg in nur einem Jahr von 4,4 auf 7,4 Prozent.

Dennoch hält Lehners Nachfolger Kasper Rorsted am Sparkurs fest und trimmt den Familienkonzern auf Rendite. Wie viele andere Konzernchefs legt Rorsted ein Sparprogramm nach dem anderen auf. Mit "Global Excellence" senkte er die Kosten um 150 Millionen Euro. Zusätzliches Sparpotenzial sieht er jetzt bei den Lieferanten. Bis 2012 will Henkel mit fast einem Drittel weniger Zulieferer auskommen. Standardisierte Verpackungen und Rezepturen sollen 100 Millionen Euro einsparen - und so die Rendite Jahr für Jahr steigern.

Konzernen wie Henkel gehört nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft. Denn Sparprogramme wirken zeitversetzt und erhöhen auch noch Jahre später die Margen.

Nicht nur die deutschen, fast alle europäischen Unternehmen sparen und erhöhen so ihre Gewinne und Renditen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerten die 500 größten börsennotierten europäischen Konzerne ihre Nettogewinne gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 74 Prozent auf insgesamt 501 Milliarden Euro. Einen solch großen Zuwachs hat es noch nie gegeben. Bemerkenswert ist, dass die Umsätze im abgelaufenen Jahr "nur" um 13,8 Prozent zulegten. Das heißt, die Unternehmen arbeiteten erheblich profitabler als bislang. Von jedem Euro Umsatz blieben unter dem Strich 7,3 Cent Reingewinn übrig. 2009 waren es nur 4,8 Cent gewesen.

Seite 1:

Europa steigt zum Profit-Weltmeister auf

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%