Unternehmensorganisation
Kampf dem Silodenken

Zahlreiche diversifizierte Konzerne, die mehrere verwandte Geschäfte betreiben, setzen mittlerweile auf gebündelte Angebote ihrer Sparten. Doch was am Reißbrett recht einfach funktioniert, stößt in der Praxis oft auf Probleme und Widerstände.

Wenn Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke am kommenden Donnerstag die Halbjahreszahlen des Konzerns präsentiert, werden sie wohl wieder zu hören sein: Die Worte von der Notwendigkeit „kombinierter Angebote“, mit denen der Bonner Konzern auf die „Verschmelzung der Märkte“ reagieren will.

Ricke will aus der Deutschen Telekom einen Konzern aus einem Guss machen: Statt getrennter Sparten im Festnetz- und Onlinegeschäft, die nur ihren eigenen Kunden bedienen, sollen die Einheiten künftig an einem Strang ziehen und gemeinsam auftreten. Synergie heißt das Zauberwort, mit dem Ricke aus dem diversifizierten Telekom-Konzern angesichts der zusammenwachsenden Telefon- und Internetmärkte weit mehr herausholen will als bisher.

Von Synergien zwischen ihren Sparten träumen viele diversifizierte Firmen, die mehrere verwandte Geschäfte betreiben. Dabei geht es nicht primär um Kostensenkung, sondern um die Bündelung von Angeboten aus den Bereichen. Siemens, ABB, die Telekom und auch Banken schnüren verstärkt solche Pakete. Gegenüber fokussierten Konkurrenten wollen sie damit punkten: „Unsere Kunden erwarten geradezu, dass wir vereint auftreten“, sagte Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer.

Mit der Bündelung versuchen Firmen zudem, die Börse zu besänftigen, denn die steht Diversifikation in den meisten Fällen skeptisch gegenüber. Das Argument: Der Verbund ist dadurch mehr wert als die Summe der Teile. In der Telekommunikation wird die Bündelung derzeit sogar von Analysten gefordert. Sie bevorzugen die Deutsche Telekom oder die spanische Telefónica, die Internet, Festnetz und Mobilfunk im Portfolio haben, gegenüber reinen Mobilfunkern wie Vodafone.

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