Unternehmensverantwortung: Firmen setzen trotz Krise auf Nachhaltigkeit

Unternehmensverantwortung
Firmen setzen trotz Krise auf Nachhaltigkeit

Eine Studie der Ratingagentur Oekom zeigt: Trotz Wirtschaftskrise setzen Unternehmen auf Nachhaltigkeit. Gesellschaftliche Unternehmensverantwortung wird in Firmen vermehrt als Beitrag zur Stabilisierung und Sicherung der Zukunftsfähigkeit angesehen. Dies umso mehr, weil das Thema zunehmende Relevanz für Anleger hat.
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BerlinDie Wirtschaftskrise hat kaum Bremsspuren im Management der gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung (Corporate Responsibility, CR) hinterlassen. Zu dem Ergebnis kommt eine internationale Studie der unabhängigen Rating-Agentur Oekom Research. Es sei kein systematisches Abbröckeln von CR-Aktivitäten oder eine Zunahme von Arbeits- und Menschenrechtsverstößen erkennbar.

"Im Gegenteil: Nachhaltigkeit wird in Unternehmen vermehrt als Beitrag zur Stabilisierung und Sicherung der Zukunftsfähigkeit angesehen", berichtete Researchleiter und Vorstandsmitglied Matthias Bönning. Dies umso mehr, weil das Thema zunehmende Relevanz für Anleger habe. Oekom Research schätzt das Gesamtvolumen nachhaltiger Kapitalanlagen auf Basis mehrerer Studien weltweit auf rund fünf Billionen Euro. CR diene vielfach einer besseren Positionierung im Wettbewerb.

So hat Metro Nachhaltigkeit zum neuen Eckpfeiler seiner Konzernstrategie erklärt. BMW stieg aus der Formel 1 aus und lenkte einen Großteil der Mittel in die nachhaltige Produktentwicklung um. Philips hat 2009 fast ein Drittel seines Umsatzes mit "grünen" Produkten realisiert und dieses Ziel drei Jahre früher erreicht als geplant. Akzo Nobel macht gar die langfristigen Boni für seine Vorstände und 1 000 Manager zur Hälfte abhängig vom Nachhaltigkeitsrating der Schweizer Sustainable Asset Management (SAM).

"Manche Initiativen sind aber klar als Greenwashing einzustufen", sagte Bönning. So stapft etwa der RWE -"Energieriese" durch die Landschaft und pflanzt Windkrafträder in die Gegend. Doch das hat mit der Hauptausrichtung des Konzerns auf Großprojekte, Kohle und Atomkraft wenig zu tun. Tetra-Pak lässt ein hasenähnliches Wesen die Getränkekartons anpreisen und erweckt den Eindruck, sie seien überwiegend aus Holz gemacht. De facto bestehen sie aus Drei-Schicht-Verbundmaterial, das nicht biologisch abbaubar ist, sondern recycelt werden muss.

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