Unternehmensverkäufe
Es zählt nicht nur das Pokerface

Nicht nur Fusionen und Übernahmen nehmen zu, sondern auch die Verkäufe von Unternehmensteilen. Letztere müssen auch ebenso geschickt gemanagt werden. Dann können Firmen oft mehr herausholen, unterstreicht eine neue Studie.

DÜSSELDORF. Es war eine dicke Überraschung, als Akzo Nobel Mitte März den Verkauf der Pharmasparte an den US-Arzneihersteller Schering-Plough ankündigte. Wochenlang hatte der niederländische Konzern beteuert, er werde die Sparte an die Börse bringen – doch dann machte Konzernchef Hans Wijers eine Kehrtwende: 11 Mrd. Dollar zahlt Schering-Plough, Akzo Nobel hat gut gepokert.

Ähnliches spielt sich derzeit in Deutschland ab. Siemens will den Autozulieferer VDO zu einem möglichst guten Preis abgeben und hat dazu den Börsengang ins Auge gefasst. Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme betont stets, der Börsengang sei die erste Option. Doch dürfte dies auch eine Aufforderung an die Continental AG sein, die schon Interesse an VDO angemeldet hat, aber offenbar aus Sicht von Siemens noch nicht genug bietet.

Beide Fälle zeigen: Nicht nur Fusionen und Übernahmen nehmen zu, sondern auch die Verkäufe von Unternehmensteilen. Letztere müssen auch ebenso geschickt gemanagt werden. „Unternehmen bleiben beim Verkauf von Unternehmensteilen oft unter ihren Möglichkeiten“, heißt es in einer aktuellen Untersuchung der Boston Consulting Group. Oft gehe es nur um den schnellen Verkauf. Um mehr herauszuholen, müssen Firmenchefs nicht immer ein Pokerface aufsetzen. Drei Strategien empfehlen die Experten: Zum einen sollten Firmen nicht nur bei den üblichen Verdächtigen anklopfen, wenn sie nach potenziellen Käufern Ausschau halten, sondern auch an Finanzinvestoren denken. Und: Die Verkäufer sollten genau analysieren, wer von dem Kauf am meisten profitieren und daher zahlen würde. Diese Suche sollte global und auch in verwandten Branchen stattfinden.

Zweitens sollte den Interessenten detailliert dargelegt werden, wie der Unternehmensteil sich weiterentwickeln könnte: Wie eine Übernahmestory müsse eine Verkaufsstory entwickelt werden, damit. Ohne solche Informationen kalkulieren die Bieter meist vorsichtig.

Vorangetrieben und gemanagt werden sollte der Verkauf von einen „divestiture office“ – also von eigens dafür abgestellten Managern. Ein solches Büro entlaste das Topmanagement und könne sich ganz auf den Verkaufsprozess konzentrieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%