Unternehmer Achim Niederberger
Aus der Werbung in die Weinwelt

Der Pfälzer Unternehmer Achim Niederberger macht sein Hobby zum Beruf. In der vergangenen Woche gab Niederberger die Übernahme des traditionsreichen Weinguts Dr. Deinhard im pfälzischen Deidesheim bekannt.

DÜSSELDORF. Achim Niederberger gilt als zurückhaltend und scheu, fotografieren lässt sich der 50-jährige Unternehmer nur ungern. Dabei möchten sich inzwischen viele Menschen, auch außerhalb der Branche, ein Bild vom derzeit größten privaten Weinerzeuger Deutschlands machen.

In der vergangenen Woche gab Niederberger die Übernahme des traditionsreichen Weinguts Dr. Deinhard im pfälzischen Deidesheim bekannt. Die Höhe des Kaufpreises, den die bisherige Eigentümerfamilie Hoch erhält, sollte ein Geheimnis bleiben. Doch in den inneren Zirkeln der Weinwirtschaft macht beharrlich ein angeblicher Kaufpreis von rund sieben Millionen Euro die Runde. „Das wäre ein Schnäppchen“, kommentiert ein Brancheninsider die geschätzte Summe.

Niederberger, der durch Sportwerbung sein erstes Geld verdiente, hat sich sein Engagement im Weinbau bereits einiges kosten lassen: Vor drei Jahren erwarb der Werbefachmann das Spitzenweingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, vor zwei Jahren das Weingut Reichsrat von Buhl. Auch in die angeschlossene Spitzengastronomie („Ketschauer Hof“), die dem Restaurant-Tempel „Deidesheimer Hof“ Konkurrenz machen soll, investierte der bekennende Pfälzer inzwischen etwa acht Millionen Euro. Und das ist längst nicht das Ende der Fahnenstange. Derweil steht der Umbau des Haupthauses von Bassermann-Jordan in ein Hotel vor der Vollendung. „Damit habe ich mir einen Traum erfüllt“, sagt Niederberger.

Seit fast zwanzig Jahren sammelt der gelernte Einzelhandelskaufmann, der inzwischen auch eine Beteiligung an einer regionalen Fluglinie und einen Kochbuchverlag besitzt, Spitzenweine aus aller Herren Länder. Mehr als 6 500 Flaschen ruhen im Keller seiner Villa in Neustadt an der Weinstraße, darunter Schätze wie ein „Imperiale 1989 Château Pétrus“ und Raritäten wie ein „1811er Forster Ungeheuer“.

Mit den auch international bekannten Top-Adressen Dr. Deinhard (nicht zu verwechseln mit der bekannten Sektmarke), Bassermann-Jordan und Reichsrat von Buhl befindet sich ein Trio von Weingütern wieder in einer Hand, das vor fast 160 Jahren bei der Erbteilung der Winzerfamilie Jordan auseinandergerissen wurde.

Aus den nun rund 150 Hektar Rebfläche und der Jahresproduktion von insgesamt 1,2 Millionen Flaschen will Niederberger ein dauerhaft ertragreiches Geschäft gestalten und neue Vertriebswege im Ausland und der Gastronomie suchen. „Sowohl bei der Kellerei-Technik als auch bei den sonstigen Aktivitäten der Gruppe wie der Werbung und dem Kochbuchverlag gibt es enorme Synergien“, kommentiert Herbert Latz-Weber, Herausgeber des „Getränke-Newsletters Online“, den letzten Niederberger-Coup.

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