Unternehmer Wolfgang Böllhoff übergibt mit 70 die Führung an seine Söhne
Familie, Firma, Verantwortung

Zu den eloquenten Selbstdarstellern, den oberflächlichen Power-Point-Präsentierern und eitlen Ich-Managern gehört Wolfgang Böllhoff nicht. Man spürt etwas Nachdenkliches, schnellen Antworten Widerstrebendes und bisweilen sogar Grüblerisches, wenn man mit dem Unternehmer aus Bielefeld spricht.

DÜSSELDORF. Manchmal „treiben ihn die Probleme um“, sagt einer seiner drei Söhne. Die Familienfirma mit ihren über 2 000 Mitarbeitern, von Wilhelm Böllhoff 1877 als Eisenwarenhandlung gegründet, will bewahrt sein. Und man kann sie nur für die nächsten Generationen bewahren, wenn man sie verändert. Das war und ist das Credo des gelernten Schlossers und promovierten Betriebswirts, der die heutige Unternehmensgruppe für Befestigungstechnik seit 1964 führt.

Die Familie und die Firma, das sind die beiden wichtigsten Pole im Leben von Wolfgang Böllhoff. Aber oft werden Eigentümerfamilien zu den schlimmsten Feinden für den Fortbestand eines Unternehmens. „Der Bauer ist nichts, der Hof ist alles“, diesen Spruch haben seine vier Kinder deshalb oft von ihm gehört. Mit seinem christlich geprägten Menschenbild glaubt Wolfgang Böllhoff an die persönliche Verantwortung des Einzelnen. An Werte, an Vorbilder, an Heimat im umfassenden Sinne. Als Pflicht gegenüber der Gemeinschaft, nicht nur als modernes „Sponsoring“ sieht Böllhoff die Förderung von Kultur und Kirche in Ostwestfalen. Bei aller Internationalität und Anpassungsgeschwindigkeit in einem Unternehmen, das erst unter seiner Führung zum weltweiten Zulieferer für die Autoindustrie wurde, lebt Wolfgang Böllhoff Bodenhaftung, Beständigkeit und Nachhaltigkeit, lange bevor das Wort erfunden wurde.

Seine Firma führen künftig zwei seiner Söhne. Wolfgang Böllhoff zieht sich nach seinem 70. Geburtstag am morgigen Donnerstag auf den Beiratsvorsitz zurück.

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