Unternehmersorgen
Die große Angst am Rohstoffmarkt

Die Preise für Rohstoffe wie Mais, Öl oder Kupfer hören nicht auf zu steigen. Kein Wunder also, dass Einkaufschefs sich um ihre Produktionsstoffe sorgen. Eine neue Studie zeigt den hohen Stellenwert des Problems.
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DüsseldorfPritt und Persil sollen teurer werden, kündigte dieser Tage der Konsumgüterkonzern Henkel an. Der Preisanstieg soll nicht nur die Profitabilität steigern, sondern auch die höheren Rohstoffkosten abfedern.

Die Preise für Mais und Kautschuk, Metalle und Öl steigen immer weiter. So wie Henkel suchen viele Unternehmen nach Wegen, um die Kosten im Griff zu behalten. Teure Grundstoffe verhageln den Firmen in fast allen Branchen die Zahlen. Nicht alle können die Preise an ihre Abnehmer durchreichen. Schwächen in der Einkaufsstrategie verschärfen oft das Problem. Gleichzeitig wächst die Angst vor Versorgungsengpässen.

Rohstoffe beeinflussen aus Sicht der Unternehmen das Geschäftsergebnis heute weitaus stärker als die in- und ausländischen Konjunkturaussichten oder der Wettbewerbsdruck. Das zeigt eine Umfrage der Kölner Unternehmensberatung Inverto in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und dem Brancheninformationsdienst AMI. 91 Prozent der insgesamt 184 befragten Unternehmen gaben dem Thema Rohstoffe die oberste Priorität. „Das Thema ist seit Mitte vergangenen Jahres wieder präsent“, sagte Jan Müller-Gödeke, Rohstoffexperte bei Inverto.

Sie alle eint die Sorge um den Anstieg der Rohstoffpreise: 68 Prozent der Unternehmen geben an, dass diese ihr Ergebnis negativ beeinflusst haben. Daneben erschweren heftige Preisausschläge die Kalkulation. Seit dem krisenbedingten Absturz der Notierungen Mitte 2008 sind viele Grundstoffe heute wieder deutlich teurer. Der vielbeachtete CRB-Rohstoffindex hat rund zwei Drittel seiner damaligen Verluste wettgemacht. Kupfer oder Zinn notierten zwischenzeitlich sogar auf Rekordniveau. Selbst bei einigen Agrarrohstoffen wie Mais geht es weiter aufwärts.

Darunter leidet beispielsweise das Zwischenergebnis des Duft- und Aromenherstellers Symrise. Dessen Chef Heinz-Jürgen Bertram erwartet, dass sich Rohstoffe in diesem Jahr im prozentual hohen einstelligen Bereich verteuern. Viele Symrise-Produkte basieren auf Agrarerzeugnissen wie Weizen; rund 30 Prozent der Grundsubstanzen gehen auf das teure Rohöl zurück.

Größtes Sorgenkind sind die Getreiderohstoffe. Seltene Erden, Spezialmetalle für High-Tech-Produkte, landeten in der Umfrage nur auf Platz zwei. Die häufige Nennung des Getreides überrascht: Schließlich liegt der Weizenpreis noch ein Drittel unter den Preisspitzen von 2008. AMI-Geschäftsführer Manfred Rinderer glaubt, dass die Befragten die Situation heute noch schlechter einschätzen würden. Die Befragung endete Anfang Juli.

Auch in der Konsumgüterbranche sieht es kaum besser aus. Der Hamburger Dax-Konzern Beiersdorf warnte erst vor wenigen Tagen: Bei knappen Kapazitäten auf der Anbieterseite und natürlicher Knappheit von Rohstoffen sind „weitere Verfügbarkeitsengpässe zu erwarten“. Bei der Klebstofftochter Tesa stieg zwar im ersten Halbjahr der Umsatz, doch ließen die höheren Rohstoffpreise das Betriebsergebnis leicht auf 56 Millionen Euro schrumpfen.

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  • Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

  • Protest gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spekulanten profitieren vom Handel mit Nahrungsmitteln, während die Zahl der Hungernden weltweit steigt! Die Initiative handle-fair.de protestiert dagegen!

  • Es ist schon merkwürdig: Auf der einen Seite stürzen Aktienkurse ab aus Angst vor einer Rezession. Auf der anderen Seite fallen Rohstoffpreise nur moderat, abgesehen von Baumwolle. (Und wo sie fallen, da fallen sie bereits seit mehreren Monaten.) Warum schätzen Aktien-Investoren und Rohstoff-Investoren die Aussicht auf eine Rezession unterschiedlich ein? Irgendetwas passt hier nicht zusammen.

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